Konzeption der katholischen Kindertageseinrichtung

 

Kindergarten St. Felizitas

 

Träger

Name:                                   Kindergartenverein St. Felizitas

Straße:                                   Sonnenstraße 3

PLZ / Ort:                             97359 Schwarzach

                                                OT Münsterschwarzach

Telefon                                  ( 0 93 24 ) 7 19

 Email:                                   kigafelizitas@aol.de

Ansprechpartner:               Christian Schreiner

 

Anschrift der Einrichtung

Straße:                                   Sonnenstraße 3

PLZ / Ort:                              97359 Schwarzach

                                                 OT Münsterschwarzach

Telefon:                                  Tel. ( 0 93 24 )  7 19

Email:                                     kigafelizitas@aol.de

Homepage:                            www.kiga-muensterschwarzach.de

 

Personal

Leitung: Katja Schreck                         Qualifikation: Leiterin, Erzieherin;          Qualitätsbeauftragte DiQm

Mitarbeiter: Kerstin Szczecina           Qualifikation: Erzieherin; stellvertretende Leitung

Mitarbeiter:   Christina Lermig           Qualifikation:   Erzieherin

Mitarbeiter:   Alexandra Müller          Qualifikation:  Kinderpflegerin

Mitarbeiter:   Hannelore Haass           Qualifikation: Kinderpflegerin

Mitarbeiter:   Sabine Rauch                  Qualifikation:  Erzieherin

Mitarbeiter:   Brigitte Wachler             Qualifikation:  Kinderpflegerin

Mitarbeiter:   Katja Flößer                     Qualifikation:  Erzieherin

Mitarbeiter:   Marie Felicie Brimer      Qualifikation:  Erzieherin

Mitarbeiter:   Barbara Then                   Qualifikation:  Erzieherin

Mitarbeiter:   Julia Girt                           Qualifikation:  Kinderpflegerin

Mitarbeiter:   Janine Müller                   Qualifikation:  Erzieherin

Mitarbeiter:   Alisa Schimkus                 Qualifikation:  Kinderpflegerin

 

Lage der Einrichtung

Unser Kindergarten liegt in der Gemeinde Schwarzach im Ortsteil Münsterschwarzach, direkt neben dem Kloster, inmitten eines Wohngebietes.

Umgeben von Wiesen und Feldern und den Wäldern von Gerlachshausen und Düllstadt. Diese sind zu Fuß in zirka 30 – 40 Minuten mit den Kindern erreichbar. Ebenso sind auch die Main Auen in 10 Minuten zu Fuß erreichbar.

Unser Kindergarten profitiert von der guten Infrastruktur der Gemeinde Schwarzach durch Projektbesuche der ansässigen Firmen. Und auch die Betriebe und Attraktionen (Pferde des EGM, Sportstätten,…) in der Abtei bieten immer wieder neue Anreize für Projekte.

 

Raumprogramm

Unser Kindergarten ist ein einstöckiges Gebäude mit Keller. Im Erdgeschoß befinden sich zwei Gruppenräume, zwei Kindertoiletten mit Duschmöglichkeit, ein Personal WC, Büro, zwei Garderoben, zwei Küchen, und Flur mit Windfang, Treppenhaus. Im Zuge des Anbaus der Krippe erweitert sich das Erdgeschoß durch ein Personalzimmer und die Vergrößerung des Büro.

Da wir auf das offene Kindergartenprinzip, in Anlehnung an die Reggiopädagogik, abzielen, sind die Gruppen nicht gleich eingerichtet sondern in Funktionsbereiche aufgeteilt. In einer Kinderkonferenz haben die Kinder der Lerngruppen 3 – 6 Jahre abgestimmt, wie die Gruppen heissen sollen.  Im Erdgeschoß haben wir unsere Spielgruppe. Dort finden die Kinder den Rollenspielbereich mit Puppenküche und Verkleidungsecke ein Spielpodest mit Turm. Weiter gibt es in diesem Raum einen Bau- und Konstruktionsbereich mit vielen Autos und Fahrzeugen und einem großen Spiegel. Auch einen Spieltisch für Gesellschaftsspiele. Und weitere Tische für Konstruktionsspiele, wie Steckperlen oder Playmais. Hier befindet sich auch unsere Forscherecke mit anregendem Experimentiermaterial. Ebenfalls gibt es einen Legeteppich mit unterschiedlichem, bunten, glitzernden Legematerial, eine Leseecke und auch unsere Vorschulkinder haben in diesem Raum ihre speziellen Vorschulmaterialien und können sich dank eines Raumteilers immer einmal wieder für besondere Aktionen zurückziehen.

Die zweite Gruppe im Erdgeschoss heißt Kindergruppe. Hier gibt es einen Kreativtisch, an dem die Kinder basteln, weben, kleben, malen, … – kurz ihrer Phantasie freien Lauf lassen können. Hierzu stehen den Kindern sehr viele verschiedene Materialien zur Verfügung. Sogar eine Werkbank darf von den größeren Kindern nach Erwerb des Werkzeugführerscheins genutzt werden. Ebenso gibt es Tische aber auch Teppiche, um Puzzles zu legen, mit unterschiedlichem Material zu stecken, legen, fädeln oder mit den unterschiedlichen Magneten phantasievolle Gebilde entstehen zu lassen. Ebenfalls gibt es einen Autoteppich mit unterschiedlichen Fahrzeugen, einer Parkgarage und Lego und Duplo. Und wenn die Kinder Lust haben können sie auch den Kasperl und seine Freunde kommen lassen!

Ein Lichtboard dient den Kindern für Schatten- und Farbenspiele, dieser wandert mal von der einen in die andere Gruppe

Zwischen den beiden Gruppenräumen befindet sich zentral unser Kinderrestaurant. Hier können die Kinder sich in Gesellschaft ihrer Freunde ihre Brotzeit schmecken lassen.

Im Untergeschoss befinden sich die Räumlichkeiten für die Krippengruppe (1-2,6 Jährigen) – unser Sternschnuppenland und der Gruppenraum für die 2,6-3 Jährigen (teilweise auch bis zu 4 Jährigen) – der Sternchenraum. Ebenso gibt es dort noch einen Schlafraum und  den Wickelraum und einen großen Flur zum Spielen mit einem großen Bällebad!

Unsere Bauecke wandert hier je nach Situation mal in den Flur oder ist im Sternchenraum integriert. Sie bietet den Kindern weitere Möglichkeiten zum Bauen, Konstruieren und Autospielen.

Hier befindet sich auch der extra Eingang für die Krippen- und Sternchenkinder!

Die Kindergartenkinder dürfen die Kleinen im Untergeschoss gerne besuchen, auch die 2,6- 4 Jährigen können die Freispielzeit oben in den Räumen verbringen.

 

Aufgenommene Altersgruppe

Unseren Kindergarten können alle Regelkinder von 3 – 6 Jahren besuchen. Außerdem die Krippenkinder ab 1 Jahr, sowie Schulkinder der 1. Klasse ( manchmal auch 2. Klasse) in der Ferienzeit (bei Unterbelegung).

 

Rahmenöffnungszeit:

Montag bis Donnerstag von 7.00 Uhr bis 16.15 Uhr

Freitag von 7.00 Uhr bis 14.45 Uhr

 

Besonderheiten / Pädagogische Schwerpunkte

 1. Die Reggio Pädagogik – ein Modell an dem wir uns orientieren wollen

Reggio – ist ein forschendes und entdeckendes Lernen, kein fester Erziehungsstil, sondern eher eine Haltung gegenüber dem Kind. Ausgehend von Basisannahmen, die sich auf die pädagogischen Ziele, das Bild vom Kind, die Zusammenarbeit zwischen allen an der Erziehung beteiligten und die theoretischen Grundausrichtung beziehen, wird das Konzept im Wechselspiel von praktischer Erfahrung und theoretischer Reflexion immer weiter entwickelt.

In der Reggiopädagogik muß die Erziehung ausgerichtet sein auf ein Mehr an Humanität, Demokratie, Solidarität und Frieden. Pädagogik darf sich dieser Aufgabe nicht entziehen und muß so gestaltet werden, daß ein positiver gesellschaftlicher Effekt entsteht, insbesondere die Lebensbedingungen der Familien.

Wo immer es geht, wird die Umgebung als Lernfeld in die pädagogische Arbeit mit einbezogen.

Schlüsselwörter der Reggiopädagogik sind: Kooperation und Kommunikation.

Die so bezeichnete Kooperation ist gekennzeichnet durch den Verzicht auf Hierarchien und eine starke Vernetzung aller Ebenen. Es wird versucht, die Erziehungsarbeit auf alles Ebenen in kooperativer Form zu organisieren. Hauptdarsteller sind die Kinder, die Erzieher und die Eltern. Kooperation gibt es demnach innerhalb der einzelnen Gruppen, aber auch zwischen Erzieherinnen und Kinder, Erzieherinnen und Eltern, Erzieherinnen und  „Experten“. Die Kooperativen Strukturen sind ein entscheidender Grund für die hohe Qualität der pädagogischen Arbeit. Sie führen dazu, daß die Ideen von vielen getragen werden, was wiederum zu Glaubwürdigkeit, Einheitlichkeit und gegenseitiger Unterstützung im pädagogischen Handeln führt.

Kommunikationsprozesse der Kinder finden eine große Beachtung; es wird versucht, den Kindern immer wieder Möglichkeiten zu geben, sich auf unterschiedlichste Art und Weise

– also nicht nur verbal – auszudrücken. Und sogar Räumlichkeiten werden so gestaltet, dass sie kommunikative Prozesse nicht nur ermöglichen, sondern aktiv fördern.

 

  • Rechte in der Reggiopädagogik

Die Kinder haben das Recht:

  • ihre Potenziale zu verwirklichen und zu erweitern
  • ihre sozialen Kompetenzen zu entwickeln
  • ihre Lernbegierde zu befriedigen
  • Liebe und Vertrauen zu bekommen
  • so akzeptiert zu werden, wie sie sind
  • eine eigene Identität auszubilden

 

Die Eltern haben das Recht:

  • aktiv an der Betreuung und Bildung ihrer Kinder teilzunehmen
  • dialogisch zu kommunizieren

 

Die Erzieherinnen haben:

  • das Recht, an der Erarbeitung des Konzeptes zu arbeiten
  • ein Recht auf Zusammenarbeit
  • ein Recht auf Beratung und Praxisforschung

 

  • Ziele der Reggiopädagogik

Das Ziel der pädagogischen Arbeit wird nicht darin gesehen, die Kinder zu verändern. Es geht in erster Linie darum, daß Kind zu verstehen. Und dieses verstehende Haltung ist Grundprinzip der erzieherischen Praxis und führt zu:

  • offene Kommunikation
  • vertrauensvolle, solidarische Umgangsformen
  • wechselseitige Akzeptanz
  • Kooperationen auf den unterschiedlichen Ebenen

 

Ein zentrales Ziel der pädagogischen Arbeit ist es, ein angemessenes Bild vom individuellen Kind zu entwickeln:

  • Kinder besitzen große Potenziale. Jedes Kind verfügt über eine große Anzahl von Möglichkeiten, die in der Regel nicht ausgeschöpft werden.
  • Kinder sind aktive Konstrukteure ihres Wissens. Sie nehmen nicht passiv, etwa durch Belehrung, fertiges Wissen auf, sondern erstellen aus dem, was sie hören und sehen, aktiv eine individuelle Wissensstruktur.
  • Kinder sind Forscher und Entdecker. Neugierde wecken – Lust und Freude am schöpferischen Tun. Sie wollen experimentieren, hinterfragen und gestalten.
  • Kinder sind soziale Wesen. Sie sind von Geburt an auf mitmenschliche Kontakte und Beziehungen angewiesen.
  • Kinder können sich auf vielfältige Art und Weise ausdrücken, über Spiele, Bilder, Plastiken, Worte, usw.
  • Kinder haben andere Zeiten. Sie handeln nicht nach der Uhr, sondern sie geben sich den Dingen hin, ohne an die Zeit zu denken.
  • Kinder wollen Anerkennung und Wertschätzung erfahren, eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten entdecken und eigene Kompetenzen weiter entwickeln.

 

Bildung als Ziel:

  • Im Mittelpunkt steht das Lernen des Lernens
  • Entdeckendes Lernen: Die Kinder erwerben durch eigene Überlegungen Wissen und übernehmen nicht von dritten vorhandenes Wissen
  • Den Kindern wird die Möglichkeit geboten ihre Fähigkeiten zu denken, wahrzunehmen und zu handeln, optimal zu fördern.
  • Lernen ist ein aktiver Konstruktionsprozess eines jeden Individuums, dies zeigt sich in den unterschiedlichen Verläufen der Lernprozesse

 

In der Reggiopädagogik grenzt man sich von einem festen Lernbegriff, der darauf abzielt sich Inhalte unkritisch einzuprägen, ab. Anhand folgender Gegensatzpaare läßt sich der Lernprozess beschreiben:

  • Intrinsische statt extrinsische Motivation
  • Entdeckung statt Darbietung
  • Erfahrung statt Verbalismus
  • Verstehen statt Erinnern
  • Lebens-/Probelmorientierung statt Sachsystematik
  • Prozeß statt Produkt
  • Erwerb von Lernkompetenzen statt Erwerb vorgeschriebener Inhalte

Alle Bildungsbereiche des Bildungs- und Erziehungsplanes werden abgedeckt.

 

  • Beobachtung und Dokumentation

Die Beobachtung ist nur ein Teilaspekt der vielfältigen Aktivitäten, mit denen wir zu ergründen versuchen, wie es den Kindern geht, was sie bewegt, was sie interessiert, welches Themen sie gerade beschäftigen, wie sie auf Anregungen von uns reagieren. Wir verbringen viel Zeit damit, Dialoge und Spielhandlungen von Kindern aufzuzeichnen.

Außerdem testen wir die Kinder ein bis zweimal im Jahr, welche Lernprozesse noch lückenhaft sind und welche nicht, um so zu gewährleisten, dass die Kinder im Schnitt ihres Entwicklungsstandes liegen. In den Elterngesprächen, die für alle Eltern ein bis zweimal im Jahr stattfinden vergleichen wir die Kindergartensituation mit der von zu Hause und überlegen gemeinsam mit den Eltern wie man als Erziehungspartner versuchen kann das Kind optimal zu unterstützen.

 

  • Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle

Die geleistete Arbeit wird in zwei Formen festgehalten und dokumentiert, was eine Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung zu Folge hat. Diese beiden Formen sind:

Die Dokumentationsmappe – Portfolio und die sprechenden Wände – die Projektwände.

 

  • Die Dokumentationsmappe – Das Portfolio

Hier wird die Lern- und Entwicklungsgeschichte eines jeden Kindes festgehalten. Die Mappe enthält Fotos aus unterschiedlichen Entwicklungsphasen, die vielfach durch kurze Texte von uns oder den Eltern erläutert werden. Sie zeigen das Kind bei Projektaktivitäten oder Alltagsbeschäftigungen. Die Mappe enthält außerdem eine Fülle von Produkten, die das Kind im Laufe seiner Kindergartenzeit erstellt hat. Vielfach entscheiden die Kinder darüber, welches Bild oder welches sonstige Ergebnis ihrer vielfältigen Aktivitäten in die Mappe aufgenommen werden soll. Und auch die Eltern tragen mit Beiträgen über das Kind von zu Hause zur Mitgestaltung bei. Mit der Zeit wird das Portfolio zu einer immer aussagekräftigeren Geschichte individuellen Lernens. Sie ermöglichen uns, aber auch den Eltern, sich permanent über die Aktivitäten und die Entwicklung der Kinder zu informieren. Das Kind selber kann anhand seiner Produkte seine eigene Entwicklung nachvollziehen, seine eigenen Leistungen erkennen, reflektieren und schätzen.

 

  • Sprechende Wände – die Projektwände

Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Wände des Kindergartens. An bestimmten Wänden werden die einzelnen Schritte der Projektarbeit in allen Phasen dargestellt, von der Planung über die Durchführung bis zu den Ergebnissen und der kritischen Auswertung. Häufig werden Fotos als Serien präsentiert, um Arbeitsprozesse in ihrer Entwicklung, ihrem Ablauf deutlich und nachvollziehbar zu machen.

Durch eine spezifische Anordnung von Materialien oder etwa der farblichen Hervorhebung von Details ermöglichen sie uns, die Gedankenwege der Kinder zu strukturieren, sichtbar zu machen und noch ein Stück besser zu verstehen, wie Kinder ihre Welt begreifen und sich aneignen.

 

  • Was soll durch die unterschiedlichen Formen der Dokumentation erreicht werden ?
  • Sie informieren Eltern über die Entwicklung ihrer Kinder
  • Sie regen das Gespräch der Eltern untereinander an
  • Sie beziehen Eltern, Öffentlichkeit, Kinder und Erzieherinnen in laufende Arbeitsprozesse ein.
  • Sie geben Einblick in Arbeitsweisen, Denkbewegungen, Vorstellungen und Gefühle von Kindern
  • Sie dienen der Strukturierung von Projekten, ermöglichen allen Beteiligten, den jeweiligen Stand der Arbeit nachzuvollziehen und weitere Schiritte zu planen
  • Sie zeigen Wertschätzung kindlicher Produkte
  • Sie ermöglichen den Kindern die Identifikation mit dem eigenen Produkt
  • Sie vermitteln ihnen ein Bewußtsein für die eigenen Entwicklung
  • Sie fördern Ich Stärke und Selbstbewußtsein
  • Sie fördern die Wahrnehmungsfähigkeit
  • Sie erlauben, sich individuell und gemeinsam an Arbeitsprozesse zu erinnern
  • Sie sind Grundlage für interne und externe Diskussions- und Austauschprozesse über die Qualität der Arbeit

 

  • Die Projektarbeit

Die Projektarbeit ist das Herzstück der Reggio – Pädagogik. Projektthemen können durch die Beobachtung der Kinder entstehen, aus der Analyse vielfältiger Aufzeichnungen kindlicher Aktivitäten. All diese Materialien werden im Team gesichtet und diskutiert. Ergebnis kann ein Projektthema sein. Desweiteren können sie durch kindliche Vorschläge oder Fragen entstehen. Und aber auch entstehen aus Themen, die die Erzieherinnen einbringen oder aus der Kommune heraus an die Einrichtung herangetragen werden.

 

In der Projektarbeit:

  • wird ein Thema erfaßt, durchleuchtet und hinterfragt
  • geht es immer um einen Dialog
  • ist immer situations- und lebensorientierter Bezug
  • findet die Durchführung in kleineren Gruppen statt
  • geht es um gelebte Demokratie, da die Kinder eigene Projektvorschläge einbringen können und konkrete Fragen anregen sollen.
  • gibt es das optimistische Bild vom Kind, das sich aktiv mit sich und seiner gegenständlichen und sozialen Umwelt auseinandersetzt
  • gibt es das entdeckende und forschende Lernen
  • wird kommuniziert, diskutiert, philosophiert
  • geht es um ein selbständiges Aneignen von Wissen
  • stehen die Lernmethodischen Kompetenzen im Mittelpunkt
  • gibt es immer eine Aktion und Reflexion
  • geht es nicht um Sonderveranstaltungen sondern um den Alltag, da die Projektinhalte in den Alltag und das Umfeld der Kindertageseinrichtung eingebunden werden
  • ist die sinnlich – gegenständliche Dokumentation des Projektprozesses, der Ergebnisse und der Projektauswertung im Vordergrund

 

  • Konzept unserer Krippenarbeit in der Reggiopädagogik

Die folgende Konzeption wird als Richtlinie für die Arbeit in unserer Kinderkrippe eingebunden in die Reggiopädagogik betrachtet. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Wir sehen es als unsere regelmäßige Aufgabe, sie immer wieder zu überprüfen, zu reflektieren und gegebenenfalls Veränderungen anzupassen. Im Vordergrund steht immer das Wohl der Kinder und eine Qualitätsverbesserung und -sicherung unserer Arbeit.

 

  • Inhalte:

Für die Krippen gilt sowohl strukturell, als auch inhaltlich alles, was hier für die Reggio – Pädagogik allgemein ausgesagt wird, außer die Arbeit in Projekten findet in einem anderen, mehr auf die Bedürfnisse der „Kleinen“ angepaßten Niveau statt und wird von uns in angeleiteten Angeboten durchgeführt.

Auch die Ausstattung paßt sich hier grundsätzlich an. Sie unterscheidet sich lediglich da, wo dieses aufgrund des Alters der Kinder notwendig erscheint. So sind etwa die Spiegel bodennah angebracht, damit auch die „Krabbelkinder“ sich selbst und andere in einem anderen Medium erleben können.

 

  • Ziele

Die Rolle der Krippenerziehung besteht darin, die Kinder in ihrer Entwicklung zu verantwortungsvollen Individuen und Mitgliedern in der Gesellschaft zu fördern, indem sie an verantwortungsvollen Handeln, Beachtung allgemein anerkannter Regeln und Wertschätzung anderer herangeführt werden.

Die zentrale Rolle in der Krippenerziehung soll in der Forderung der günstigen Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten für die Kinder liegen, eine liebevolle Umgebung ist hierbei die Grundvoraussetzung. Sie soll deren körperliche, seelische, soziale, kognitive und emotionale Entwicklung unterstützen und überwachen und jegliche möglicherweise auftretende Schwierigkeiten verhindern. Es ist wichtig, die gesunde Selbstachtung der Kinder mit Hilfe positiver Erfahrungen zu stärken und Möglichkeiten für vielfältige Interaktionen mit anderen bereitzustellen. Die Kinder sollen vielfältige Erfahrungen machen können und bei ihrer Suche nach neuen Interessengebieten unterstützt werden.

Um die gesetzten Ziele zu erreichen ist es wichtig, dass Erzieher und Eltern, die an der Durchführung der Krippenerziehung beteiligt sind zusammenarbeiten.

In der Durchführung der allgemeinen Erziehungsziele in der Krippe sollen wesentliche Basiskompetenzen  gefördert werden. Sie sind Vorbedingungen für den Erfolg und die Zufriedenheit in Schule, Beruf, Familie und Gesellschaft.

Dabei haben wir uns an den Vorgaben des Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder in Tageseinrichtungen bis zu Einschulung (BEP) orientiert.

Die Kinder sollen nach ihren Möglichkeiten, persönlichen Schwerpunkten und ihrem individuellen Tempo ihren Entwicklungsweg gehen.

 

Erziehungsziele: Die Kinder sollen lernen:

  • Selbstachtung, Selbstvertrauen und Selbstkontrolle
  • Ausdruck von Wünschen, Gefühlen und Gedanken
  • Förderung der intellektuellen, künstlerischen, musikalischen und motorischen Fähigkeiten
  • Entscheidungen zu treffen, diese zu verantworten und zu verteidigen
  • Beginn von Konfliktlösungsgedanken
  • Empathie und Solidarität mit andern sowie Respekt vor Unterschieden
  • Spielen und Arbeiten in einer Gruppe
  • Annahme der Grenzen, die die Erwachsenen setzen
  • Respekt vor der Umwelt
  • Vermittlung christlicher Wertvorstellungen und religiöse Grunderfahrungen sammeln
  • Die sprachliche und kulturelle Identität der Kinder und ihre Fähigkeit, sich auf vielfältige Art und Weise auszudrücken

 

  • Beschreibung der Räumlichkeiten – Kinderräume sind Bildungsräume

Mit der Formel vom „Raum als dritten Erzieher“ weist die Reggiopädagogik auf die entscheidende Bedeutung von Räumen für die Entwicklung und das Lernen von Kindern hin. Bei der Gestaltung der räumlichen Voraussetzungen in Kitas, die Kinder unter drei betreuen soll daher insbesondere der Tatsache Rechnung getragen werden, dass Kleinkinder sich und ihre Umwelt zuerst körperlich und durch Bewegung erfahren. Sie müssen viele elementare Erfahrungen in der Wahrnehmung und Gestaltung ihrer Umwelt machen, damit sie sich im Rahmen ihres soziales Kontexts autonom, sicher und selbstbestimmt bewegen können. Ebenso wichtig sind individuelle Zeiten der Ruhe, zum kuscheln, sich zu verkriechen, um ungestört und unbeobachtet zu sein, zu träumen, zu schmusen oder vielleicht einfach nur, um nichts zu tun.

Für unsere Krippenkinder stehen folgende Räumlichkeiten zur Verfügung:

 

  • ein Krippengruppenraum – unser Sternschnuppenland –

mit kleinkindgerechten Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten, unterschiedlichen, am Alter angepaßten Materialien. Spielbereiche mit Rückzugsmöglichkeiten, zum entdecken, kuscheln und beschäftigen (Spielpodest) und lernen (z. B. Spiegelwand). Eßtisch und Stühlen in Krippenformat. Ebenso eine Küchenzeile.

 

  • ein Schlafraum – unser Traumland –

mit zwei Babystockbetten und drei normalen Babybetten; da dies nur für 7 Kinder Platz bietet, haben wir in unserem Sternchenzimmer noch ein Schlafpodest mit eingeplant, auf dem nochmals weitere Kinder der Krippen- und der Kleinkindergruppe schlafen können. Die Sicherheit auf diesem Schlafpodest ist gewährleistet vom Hersteller. Ebenso besteht die Möglichkeit für die Kinder in Körbchen oder flexiblen Bettchen zu schlafen.

 

  • ein Technik- und Putzraum für Reinigungsartikel mit Waschbecken und Kühltruhe

 

  • ein Materiallagerraum für Spiel- und Bastelmaterialien

 

  • Flur mit Garderobe und Lagerschränken

 

  • Kleinkinderraum – Sternchenzimmer –

mit kleinkindgerechten Spielmöglichkeiten für Kinder von 2 – 4 Jahren. Spielbereiche mit Rückzugsmöglichkeiten Kuschelecke, Höhle (Spielpodest), Spielküche, Bastel- und Maltische, Spieleteppich, Esstische, Spiel- und Puzzletische.

 

  • Ein Geräteraum, für die Turnmaterialien

 

  • Ein Pflegeraum mit Wickeltisch, Regal für Pflege und Hygiene Artikel und Toilette.

Kleine Vorrichtung zum Duschen und Eigentumsfächer integriert am Wickeltisch.

 

  • Kinderwagenabstellraum für Kinderwägen

 

  • Wartebereich für Eltern mit Sitzmöglichkeit. Vorrangig während der Eingewöhnungszeit, die bei uns nach dem Berliner Modell erfolgt.

 

  • Windfang

 

  • Abgegrenztes Freigelände für die Krippenkinder mit Kleinkindgerechten Spielmöglichkeiten. (Spielgerät, mit Rutsche, Klettermöglichkeit; Sandkasten; Spielhäuser; Wippe)

 

  • Die Eingewöhnungsphase: Das „Berliner“ Modell

Ein entscheidender Aspekt dieses Modells ist die große Bedeutung, welche darin der aktiven Anpassungsleistung des einzugewöhneden Kindes zukommt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unverzichtbarkeit der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten, also Kind, Eltern, Erzieherin und Kindergartenleitung. Durch diese enge Kooperation sollen einerseits die Belastungen für das Kind verringert und andererseits von Anfang an eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Familie und Kindertageseinrichtung gefördert werden. Das Berliner Modell soll jedoch lediglich als Orientierungsrahmen für die Gestaltung der Übergangszeit dienen und kein starres Programm darstellen.

Das Modell gliedert den Verlauf der Eingewöhnungsphase in mehrere Abschnitte. Hier ist zu beachten, dass dieser Verlauf bei jedem Kind individuell ablaufen wird.

Zuerst stehen Gespräche über verschiedenen Verhaltensweisen und Gepflogenheiten des Kindes und auch die Rahmenbedingungen in der Einrichtung im Vordergrund. Dann beginnt die eigentliche Eingewöhnungszeit. Anfangs kommt ein Elternteil mit dem Kind zusammen in die Einrichtung und verbringt dort einige Stunden gemeinsam aktiv mit dem Kind und der eingewöhnenden Erzieherin. Jeden Tag versucht sich der Erziehungsberechtigte mehr vom Kind zu lösen, so dass sich nach und nach die einzugewöhnende Erzieherin immer aktiver am Erziehungsgeschehen des Kindes beteiligt. Sofern es möglich ist, sollte das Eingliedern des Kindes nicht länger als 14 Tage sein.

 

  • Der Tagesablauf für die Krippenkinder

Siehe Prozessbeschreibungen des Qualitätsmanagementsystems im Anhang unter 13.1. Tagesablauf der Krippenkinder

13.2. Windeln wechseln

13.4. Schlafen / Zu Bett-Geh-Ritual

 

  • Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten

Eltern und Erziehungsberechtigte tragen die Hauptverantwortung für die Erziehung ihrer Kinder. Was die Zufriedenheit, Entwicklung und Fortschritte der Kinder anbelangt, ist es wichtig, ein Vertrauensverhältnis zwischen Personal und Eltern bzw. Erziehungsberechtigten zu schaffen.

Mindestens einmal jährlich findet ein Entwicklungsgespräch zwischen Erzieher und Eltern statt, um weiterhin auch aktiv am Entwicklungsgeschehen gemeinsam zu arbeiten.

 

  • Personal

Das pädagogische Personal für die Krippenkinder setzt sich aus drei Erzieherin (eine Vollzeit, zwei Teilzeit) zusammen.

 

  • Besonderheiten
  • Vorschulerziehung: – Tägliches Morgenangebot

– ein bis zweimal in der Woche Schulkindertreff

– tägliches Arbeiten in der Vorschulgruppe durch die

Lerngruppenarbeit

– Phonemisches Sprachtraining

  • gezielte Beobachtungsarbeit mit Auswertung und Elterngespräch
  • Entwicklungstests
  • Englisch
  • Lerngruppenarbeit in altershomogenen Gruppen
  • Workshops für spezielle Altersgruppen am Nachmittag
  • Qualitätspolitik (Anhang)
  • Qualitätsleitsätze (Anhang)
  • Übergeordnete Qualitätsziele (Anhang)

 

Elternbeiträge

 

Stunden

 

Grundbeitrag Kinder bis

3 Jahre

Kinder bis

2 Jahre

 

3 – 4 82,– € 114,80  € 147,60   €
4 – 5 87,– € 121,80 € 156,60 €
5 – 6 92,– € 128,80 € 165,60 €
6 – 7 97,– € 135,80 € 174,60 €
7 – 8 102,– € 142,80 € 183,60€
8 – 9 107,– € 149,80 € 192,60 €

 

Ermäßigung bei Geschwisterkindern beträgt -25 %.

 

 

2          Qualitätsmanagement-System

 

2.1       Warum ein Qualitätsmanagement-System?

Unser Qualitätsmanagement-System unterstützt uns wirksam, die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsprozesse sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern kontinuierlich zu verbessern.

Grundlage unseres Qualitätsmanagement-Systems sind die Werthaltungen und Überzeugun­gen aller Mitarbeiterinnen und des Trägers. Diese sind in der Qualitätspolitik, in den Leitsätzen zur Qualität und in den übergeordneten Qualitätszielen abgebildet.

 

Mit unserem Qualitätsmanagement-System stellen wir sicher, dass

  • die Erwartungen von Kindern, Eltern, Träger, Mitarbeiterinnen,
  • die gesetzlichen und fachlichen Anforderungen und
  • die Anforderungen an die Qualitätsentwicklung und –sicherung auf Grundlage der DIN EN ISO 9001 erfüllt werden.

 

Unsere Arbeit knüpft an den Lebensbedingungen von Kindern und ihren Familien an und soll einen Beitrag zur Unterstützung der Entwicklung von Kindern und Familien leisten. Nicht zu­letzt um unseren familienergänzenden Erziehungs- und Bildungsauftrag wahrnehmen zu kön­nen, ist eine gelingende Einbeziehung und Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern unerläßliche Grundlage unserer Arbeit.

Kinder und die Familien, in denen sie aufwachsen sind die Nutzer bzw. die Kunden unserer Kindertageseinrichtung. Sie als solche wahrzunehmen, bedeutet für uns „Kunde davon zu haben, was sie benötigen“. In diesem Sinne bedeutet Kundenorientierung, die aktuellen Be­dürfnisse und Erwartungen unserer Kunden zu kennen und die zukünftigen Wünsche, Erwar­tungen und Erfordernisse frühzeitig und vorausschauend zu ermitteln, um sie, wenn möglich, flexibel und kompetent zu erfüllen. Wir beobachten deshalb differenziert sich verändernde gesellschaftliche Bedingungen für Kinder und Familien und sind mit ihnen in einem kontinuier­lichen Dialog.

Auf dieser Basis wollen wir eine zuverlässige Partnerschaft mit unseren Kunden und Nutzern gestalten, die sich für diese in der qualitativ hochwertigen Realisierung und kontinuierlichen Verbesserung unserer Dienstleistungen zeigt. Um dies zu erreichen, haben wir ein Qualitäts­management-System auf der Basis der international anerkannten Norm DIN EN ISO 9001 (Qualitätsmanagement-System-Forderungen) aufgebaut. Das vorliegende Handbuch mit der Übersicht über unsere Dienstleistungsprozesse und die hierin genannten mitgeltenden Doku­mente beschreiben unser Qualitätsmanagement-System.

 

2.2       Dokumentation des Qualitätsmanagement-Systems

 

Zum Erreichen einer hohen Dienstleistungsqualität und zur kontinuierlichen Qualitätsverbes­serung trägt unter anderem eine angemessene Dokumentation bei. Insbesondere unterstützt sie die Umsetzung unserer Qualitätspolitik und der Qualitätsziele, die Planung geeigneter Fortbildungen, die Planung und Gestaltung von Prozessen und den effizienten Einsatz von Ressourcen.

Der Aufbau der Dokumentation entspricht den Anforderungen kirchlicher Kindertageseinrich­tungen im Rahmen einer diözesanen Struktur. Sie beinhaltet einen gemeinsamen Teil, der im Rahmen eines Einführungsprogramms mit den Kindertageseinrichtungen der Diözese Würz­burg erarbeitet wurde. Sie beinhaltet darüber hinaus einrichtungsspezifische Teile, deren Umfang und Tiefe vom eigenen Profil, unserem eigenen Qualitätsanspruch, von den Forde­rungen und Erwartungen der Kunden, sowie von der Qualifikation der Mitarbeiterinnen ab­hängt.

Da sich die Qualitätsansprüche stetig verändern, ist unser Qualitätsmanagement-System und dessen Dokumentation so flexibel, dass wir schnell und wirksam auf Veränderungen reagie­ren können, wo immer dies notwendig ist.

Darüber hinaus erstellen und beschaffen wir Aufzeichnungen unserer erbrachten Dienstleis­tungen. Sie ermöglichen deren Nachvollziehbarkeit und die Einschätzung der Wirksamkeit unseres Qualitätsmanagement-Systems.

 

Das Qualitätsmanagement-Handbuch besteht aus folgenden Teilen:

  • Übersicht über das Qualitätsmanagement-System
  • Prozessbeschreibungen für die Diözese Würzburg.

 

In der Übersicht über das Qualitätsmanagement-System werden alle relevanten Forderungen der DIN EN ISO 9001:2000 behandelt. Die Gliederung lehnt sich an die Struktur der Norm an. Sie enthält eine übergeordnete Beschreibung des Qualitätsmanagement-Systems unserer Organisation und dient als Referenz für interne und externe Audits. Die Struktur ist in der Diö­zese Würzburg einheitlich, die Inhalte sind einrichtungsspezifisch verändert.

In den Prozessbeschreibungen für die Diözese Würzburg sind Prozesse dargestellt, die in den Kindertageseinrichtungen der Diözese Würzburg von Bedeutung sind. Sie werden im An­schluss an die Übersicht über das Qualitätsmanagement-System in den Fächern 3-18 des Qualitätsmanagement-Handbuchs dargelegt.

Die Gliederung dieser Prozessregelungen ist in der Diözese einheitlich, die Inhalte sind von den Einrichtungen im Rahmen eines Beratungsprojektes überarbeitet und einrichtungsspezi­fisch verändert.

 

Die einrichtungsspezifischen Handbücher bestehen aus folgenden Teilen:

  • Pädagogik-Handbuch
  • Ergänzungshandbuch
  • Aufzeichnungshandbuch
  • Qualitätsmanagementhandbuch

 

Hier werden Prozesse dargelegt, die nur in der jeweiligen Kindertageseinrichtung der Diözese Würzburg von Bedeutung sind. Diese Prozessbeschreibungen zeigen die organisatorische, zeitliche und inhaltliche Strukturierung des Arbeits- und Informationsflusses auf und verdeutli­chen das Profil der Einrichtung. Die Gliederung ist dementsprechend unterschiedlich.

Damit legen wir übersichtlich und allgemein verständlich fest,

  • wie qualitätsrelevante Prozesse in unserer Einrichtung verlaufen,
  • wie einzelne Tätigkeiten innerhalb eines Prozesses auszuführen sind und
  • wie die Verantwortlichkeiten zugeordnet sind. Durch Verweise zeigen wir, welche weiteren Regelungen und Dokumente in diesem Zusammenhang beachtet und angewandt werden.

 

Die Freigabe der einzelnen Dokumente ist eindeutig geregelt. Die Verwaltung und Ausgabe der Dokumente erfolgt durch die Qualitätsbeauftragte.

Anmerkung: Diese Prozessbeschreibungen/Verfahrensanweisungen entsprechen den in der DIN EN ISO 9001 (Punkt 4.2.1.c) geforderten „Dokumentierten Verfahren“.

 

2.3       Übersicht über die Dienstleistungsprozesse

Wir unterscheiden bei der Definition unserer Prozesse zwischen Kernprozessen und Management- und Unterstützungsprozessen.

Kernprozesse (Schlüsselprozesse) sind alle Prozesse, die die Arbeit mit Kindern und Eltern direkt betreffen. Alle sonstigen Prozesse werden den Unterstützungsprozessen zugeordnet.

 

2.3.1    Kernprozesse

Prozess Wo beschrieben?
Pädagogische Planung und Dokumentation

 

QMH Fach 8

Pädagogik-Handbuch

Zusammenarbeit mit den Eltern

 

QMH Fach 9

Pädagogik-Handbuch

2.3.2    Unterstützungsprozesse

Verantwortung des Trägers und der Leitung, Grundsätze Qualitätsmanagement QMH Fach 3
Lenkung der Dokumente und Aufzeichnungen QMH Fach 4
Personal(entwicklung) QMH Fach 5
Mittel(verwendung) QMH Fach 6
Prozesslenkung (Qualitätslenkung) QMH Fach 7
Bestimmung des Dienstleistungsprofils

(Soziales Marketing)

QMH Fach 10
Einkauf, Beschaffung QMH Fach 11
Lagerung und Transport QMH Fach 12
Schutz des Kundeneigentums QMH Fach 13
Fehler(kultur) QMH Fach 15
Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen QMH Fach 16
Interne Begutachtung, internes Audit QMH Fach 17
Qualitätskonferenz, Datenanalyse QMH Fach 18

 

2.3.3    Ggf. Ausgelagerte Prozesse

Als Kindertageseinrichtung haben wir folgende Dienstleistungen nach außen verlagert:

 

Besoldung, Refinanzierung Caritasverband für die

Diözese Würzburg e.V.

 

Hinsichtlich der angelieferten Waren und Dienstleistungen führen wir Wareneingangsprüfun­gen durch. Mit unseren Dienstleistern arbeiten wir intensiv und vertrauensvoll zusammen. Sie erhalten regelmäßige Rückmeldungen zur Qualität ihrer Arbeit.

 

 

2.4       Lenkung der Dokumente, Daten und Aufzeichnungen

Durch unsere Aufzeichnungen weisen wir die Erfüllung festgelegter Qualitätsforderungen ge­genüber Kindern und Eltern, Behörden und anderen internen oder externen Stellen nach. Uns selbst dienen diese Aufzeichnungen als Grundlage zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Arbeit.

Alle in unserer Organisation verwendeten Dokumente werden so gelenkt, dass sie identifizier­bar, leicht auffindbar und immer in ihrer aktuellen Version an allen notwendigen Stellen in der Einrichtung zur Verfügung stehen. Wir lagern alle notwendigen Dokumente so, dass sie wäh­rend der festgelegten Aufbewahrungszeit verfügbar und lesbar bleiben.

Die Prüfung der Dokumente vor ihrer Freigabe sichert die Zweckmäßigkeit und Angemessen­heit der Inhalte.

Das Verfahren zur Lenkung von Dokumenten und Aufzeichnungen ist in der Prozessbe­schreibung „Lenkung der Dokumente und Aufzeichnungen“ im Fach 4 festgelegt. Dort wird auch beschrieben, welche Regelungen zu deren Aufbewahrung oder Vernichtung gelten.

Alle aktuell gültigen Qualitätsmanagement-Dokumente und Formulare sind in den Handbü­chern erfasst oder liegen als Anlage dem Qualitätsmanagement-Handbuch bei.

 

2.4.1.   Änderungen von Dokumenten

Entsprechend der Weiterentwicklung unserer Arbeit entwickelt sich auch die Dokumentation unseres Qualitätsmanagement-Systems weiter. Deshalb stellen wir durch einen Änderungs­dienst, dem alle qualitätsbezogenen Dokumente unterliegen, sicher, dass an allen Stellen des Hauses die letzte gültige Ausgabe des betreffenden Dokumentes als Arbeitsunterlage vor­handen ist. Bei der Änderung von Unterlagen wird nach den gleichen Grundsätzen vorgegan­gen, wie bei deren Neuerstellung. Eine Änderung wird normalerweise durch die Qualitätsbe­auftragte durchgeführt. Sie zieht die ungültig gewordenen Dokumente ein und vernichtet sie.

Die Änderung von Qualitätsmanagement-Dokumenten (z.B. Qualitätsmanagement-Handbuch oder Prozessbeschreibungen) bedarf vor ihrer Inkraftsetzung der Freigabe durch die Lei­tung oder den Träger.

 

2.4.2.   Externe Dokumente

Externe Dokumente sind Normen, gesetzliche oder behördliche Regelungen, die in Punkt 7.5.2. dargelegt sind.

 

3          Verantwortung der Leitung

 

3.1       Allgemein

Der Träger fördert die Entwicklung und Verbesserung des Qualitätsmanagement-Systems, indem er

  • die Qualitätspolitik gemeinsam mit allen Beteiligten festlegt,
  • sicherstellt, dass (übergeordnete) Qualitätsziele festgelegt sind,
  • den Stand der Zielerreichung überprüft,
  • die Erwartungen und Anforderungen von Kindern und Eltern ermittelt und ständig überprüft,
  • allen Mitarbeiterinnen die Bedeutung der Erfüllung der Kundenforderungen und
    -erwartungen, sowie der behördlichen und gesetzlichen Forderungen vermittelt,
  • regelmäßig Qualitätskonferenzen (Qualitätsmanagement-Bewertungen) durchführt und die Ergebnisse bekanntmacht,
  • die Verfügbarkeit der erforderlichen Mittel sicherstellt,
  • die Aufbau- und Ablauforganisation bezüglich der Verantwortungen, Zuständigkeiten und Befugnisse festlegt,
  • für geeignete Arbeitsplätze und Einrichtungen sorgt, die den gesetzlichen Anforderungen und den Anforderungen der Berufsgenossenschaft genügen,
  • die Mitarbeiterinnenqualifikation durch die Förderung von Aus- und Weiterbildung aufrechterhält und weiterentwickelt,
  • eine teamorientierte Zusammenarbeit fördert,
  • einen kollegialen, kooperativen und zielorientierten Führungsstil pflegt und fördert.

 

3.2       Kunden-, Nutzerorientierung

Unsere Nutzer und Kunden sind Kinder und Eltern, die die Dienste unserer Einrichtung in An­spruch nehmen. Darüber hinaus erfüllen wir mit der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern eine öffentliche Aufgabe, die unsere Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der Kin­der- und Jugendhilfe und die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben erfordert.

Der Erfolg unserer Einrichtung ist davon abhängig, inwieweit wir die aktuellen und künftigen Erfordernisse und Erwartungen von Kunden kennen, verstehen und erfüllen. Zielsetzung der Leitung der Organisation ist es, die Erwartungen unserer Nutzer und Kunden zu erfüllen und, wenn möglich und wirtschaftlich vertretbar, zu übertreffen. Wir wollen unsere Kunden mit un­seren Leistungen positiv überraschen.

 

3.3       Qualitätspolitik

Unsere Qualitätspolitik ist im Fach 3 dargelegt.

 

3.4       Planung

Zur Umsetzung unserer Qualitätspolitik haben wir Qualitätsziele und Leitsätze in einem Pro­zess entwickelt und in unserer Einrichtung als verbindlich festgelegt.

Diese Ziele befinden sich im Fach 3.

 

3.4.1    Planung des Qualitätsmanagement-Systems

Jede Mitarbeiterin beobachtet und ermittelt die Bedürfnisse von Eltern und Kindern und plant auf dieser Basis ihre Tätigkeiten. Soweit erforderlich haben wir die Grundlagen dieser Vor­gänge sowie deren Ergebnisse dokumentiert. Im Rahmen unserer Dienstbesprechungen ko­ordinieren und passen wir die Planung regelmäßig den aktuellen Notwendigkeiten an.

 

3.4.2    Planung von Änderungen des Qualitätsmanagement-Systems

Veränderungen in der Einrichtung (z.B. Veränderung des Dienstleistungsangebots, Verände­rung der gesetzlichen Bedingungen) haben zwangsläufig eine Veränderung des Qualitätsma­nagement-Systems zur Folge. Wir stellen durch rechtzeitige Planung sicher, dass das Quali­tätsmanagement-System funktionsfähig bleibt. Dazu nutzen wir die Instrumente aus dem Qualitätsmanagement-System, wie z.B. zusätzliche Audits oder ergänzende Prozessbe­schreibungen. Wir dokumentieren bei Bedarf die Planungsergebnisse sowie die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen.

 

3.5       Verantwortung, Befugnis und Kommunikation

 

3.5.1    Verantwortung und Befugnis

Das Bestreben, unseren eigenen Zielen treu zu bleiben und qualitativ hochwertige Arbeitser­gebnisse zu erreichen, verstehen wir als Führungsaufgabe; gleichzeitig leistet aber auch jede Mitarbeiterin ihren entsprechenden Beitrag zu einem guten Gesamtergebnis. Deshalb gilt für uns grundsätzlich: „Wer für eine Aufgabe zuständig ist, ist zugleich verantwortlich für die Qua­lität, mit der diese Aufgabe erledigt wird.“

Die Aufbauorganisation unserer Einrichtung wird in der Organisationsstruktur dargestellt und von der Qualitätsbeauftragten erstellt, sowie vom Träger freigegeben und veröffentlicht.

Verantwortungen und Kompetenzen sind im Qualitätsmanagement-Handbuch, in Stellenbe­schreibungen, in Prozessbeschreibungen, in Übersichten und in der Qualifikationsmatrix ge­regelt.

Die Verantwortungsmatrix zeigt die unterschiedlichen Verantwortungsbereiche (A 1 „Verant­wortung des Trägers und der Leitung“ im Fach 3).

 

3.5.2    Qualitätsbeauftragte

Die Leitung unserer Kindertageseinrichtung oder eine vom Träger benannte Mitarbeiterin übernimmt die Aufgaben der Qualitätsbeauftragten (QB).

 

Zur Erfüllung dieser Aufgaben steht ihr die dafür notwendige Zeit zur Verfügung. Sie ist in die­ser Funktion unabhängig und befugt,

  • der Leitung im Rahmen der Qualitätsmanagement-Bewertung (Qualitätskonferenz) einen Überblick über die Wirksamkeit und Nutzbarkeit des Qualitätsmanagement-Systems zu geben und mögliche Maßnahmen als Verbesserungsgrundlage vorzuschlagen. Sie über­nimmt in Zusammenarbeit mit der Leitung auch die Durchführung der Qualitätskonferenz.
  • die Zusammenarbeit aller Organisationsbereiche bei qualitätsrelevanten Themen zu för­dern, sowie bereichsübergreifende Qualitätsmanagement-Aufgaben zu lenken und zu ko­ordinieren;
  • Probleme festzustellen und aufzuzeichnen;
  • Problemlösungen zu veranlassen oder zu empfehlen;
  • Einführungs- und Umsetzungsmaßnahmen von Verbesserungsprozessen zu ko­ordinie­ren und deren Realisierung zu überprüfen (verifizieren);
  • das Auftreten fehlerhafter Dienstleistungen zu verhindern und Vorbeugemaßnahmen zu überwachen, bis der Mangel oder der unbefriedigende Zustand behoben ist;
  • Qualitäts-Audits zu veranlassen und ggf. auch mit Unterstützung entsprechend qualifi­zierter externer Auditoren durchzuführen.

 

Die Qualitätsbeauftragte ist insbesondere ermächtigt,

  • die Bedürfnisse der Kunden in Bezug auf Forderungen an das Qualitätsmanagement-System in der Einrichtung zu vertreten;
  • Maßnahmen zu veranlassen, um die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Qualitäts­management-Systems sicherzustellen;
  • Schulungsmaßnahmen zu veranlassen oder selbst durchzuführen.

 

3.5.3    Interne Kommunikation

Die Transparenz der Prozesse und Entscheidungen innerhalb der Einrichtung ist für uns eine wichtige Voraussetzung für eine gelingende Zusammenarbeit. Aus diesem Grund nutzen wir die regelmäßigen Dienstbesprechungen, um allgemeine Informationen zum Qualitätsmana­gement, zu den Qualitätszielen, über Korrekturmaßnahmen oder positive und negative Rück­meldungen von Nutzern und Kunden weiterzugeben. Besonders wichtige Informationen geben wir auf dem schriftlichen Weg an alle Mitarbeiterinnen weiter.

Die gesamte Dokumentation zum Qualitätsmanagement-System steht allen Mitarbeiterinnen zur Einsicht in der Einrichtung zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen erhalten darüber hinaus die für die jeweilige Tätigkeit und den aktuellen Auftrag erforderlichen Informationen und Doku­mente.

In unserer Einrichtung besteht eine sogenannte „Informationsholschuld“, d.h. dass jede unse­rer Mitarbeiterinnen dafür verantwortlich ist, sich die notwendigen Informationen zu beschaf­fen.

Detaillierte Regelungen zur Konferenzstruktur und zur internen Kommunikation siehe Kapitel B 1 „Personal(entwicklung)“ im Fach 5.

 

3.5.4    Schnittstellen

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Situationen, in denen verschiedene Arbeitsbereiche unse­rer Einrichtung zusammenarbeiten, um eine Aufgabe erfüllen zu können. Diese internen Schnittstellen haben wir durch mündliche Absprachen und durch Festlegungen in der Quali­tätsmanagement-Dokumentation klar geregelt.

Die externen Schnittstellen beziehen sich auf die Kommunikation mit Kindern und Eltern sowie anderen Institutionen, mit denen wir zusammenarbeiten (Fachberatung, Beratungsstellen, Therapeuten, …). Deren Bedürfnisse und Wünsche sind sehr unterschiedlich. Deshalb stim­men wir uns jeweils individuell mit ihnen ab und setzen die sich ergebenden Konsequenzen für unsere Arbeit, falls erforderlich, durch interne Prozessbeschreibungen um. Da alle Mitar­beiterinnen in Kontakt mit unseren Kunden und Interessenspartnern treten, ist jede Einzelne verantwortlich für eine gelingende Kommunikation.

 

3.6       Qualitätsmanagement-Bewertung (Qualitätskonferenz)

Träger und Leitung überprüfen unter Beteiligung der Mitarbeiterinnen der Einrichtung einmal jährlich das Qualitätsmanagement-System. Damit stellen sie dessen fortdauernde Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit sicher. Der Träger ist bei der Qualitätskonferenz selbst nicht anwesend. Er erhält nach Abhaltung ein Protokoll zur Unterzeichnung.

Bei der jährlichen Qualitätsmanagement-Bewertung werden Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsprozesse, der Infrastruktur und Arbeitsumgebung, sowie des Qualitätsmanage­ment-Systems erwogen. Dies schließt den Änderungsbedarf für die Qualitätsziele ein.

Die Qualitätsbeauftragte dokumentiert das Ergebnis der Managementbewertung und stellt es allen betroffenen Mitarbeiterinnen zur Verfügung.

Detaillierte Prozessregelungen siehe Kapitel D 5 „Qualitätskonferenz, Datenanalyse“ im Fach 18.

 

4          Management der Ressourcen

 

4.1       Allgemein

Die Planung und Bereitstellung der notwendigen Mittel ist die Aufgabe des Trägers.

Im Rahmen der jährlichen Haushaltsplanung werden der erforderliche Mittelbedarf identifiziert und die Mittel zeitgerecht beantragt. Die Mittelverwendung erfolgt im Rahmen der gesetzli­chen Vorgaben und entsprechend der geregelten Zuständigkeiten.

Eine detaillierte Darstellung der Mittelbeantragung und –verwendung ist im Kapitel B 2 „Mit­tel(verwendung)“ im Fach 6 dargelegt.

Sollte sich darüber hinaus während eines Wirtschaftsjahres durch geänderte Anforderungen, Personalwechsel oder andere Einflussfaktoren ein geänderter Finanzbedarf ergeben, wird dieser im gemeinsamen Gespräch zwischen Träger und Leitung ermittelt und nach Lösungen gesucht. Hierfür sind keine weiteren Prozessbeschreibungen erstellt.

 

4.2 Personal(entwicklung)

Die Mitarbeiterinnen sind das wichtigste Kapital einer Kindertageseinrichtung, da Human­dienstleistungen immer höchstpersönlich erbracht werden. Ihre Weiterentwicklung hat deshalb eine hohe Priorität und ist Leitungsaufgabe. (Weitere Darlegung siehe Kapitel B 1 „Perso­nal(entwicklung) im Fach 5).

 

4.2.1    Fähigkeit, Bewusstsein und Fortbildung

Wir stellen durch rechtzeitige und geplante Fortbildungen und sorgfältige Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen sicher, dass die Mitarbeiterinnen für ihre Tätigkeiten sehr gut qualifiziert sind. Gleichzeitig versuchen wir, zukünftige Anforderungen zu erkennen und unsere Personalent­wicklung darauf abzustimmen.

Zu Jahresbeginn ermittelt die Leitung unter Beteiligung aller Mitarbeiterinnen unserer Ta­geseinrichtung den Fortbildungsbedarf. Sie ermittelt den zur Erfüllung der gegenwärtigen und zukünftigen Aufgaben notwendigen Qualifikationsstand jeder Mitarbeiterin. Dies wird mit der tatsächlich vorhandenen Qualifikation der jeweiligen Mitarbeiterin verglichen. (Vgl. Abs. 6.2.4.).

 

Wichtige Ziele von Qualifizierungsmaßnahmen sind:

  • die Aufrechterhaltung und Förderung der persönlichen, religiösen und fachlichen Qualifikation jeder Mitarbeiterin. Damit wollen wir erreichen, dass die Ziele der Einrichtung umgesetzt werden und die Weiterentwicklung der jeweiligen Mitarbeiterin unterstützt wird.
  • die Förderung von Nutzer-, Kunden- und Werteorientierung und Kostenbewusstsein.

(Weitere Darlegung siehe Kapitel B 1 „Personal(entwicklung)“ im Fach 5).

 

4.2.2    Neue Mitarbeiterinnen

Bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen stellen wir sicher, dass die für die jeweilige Stelle notwendigen Qualifikationen vorhanden sind. Im Rahmen der Einarbeitung  wird dann der Fortbildungsbedarf im Gespräch mit der Mitarbeiterin individuell ermittelt und in den Fortbil­dungsplan aufgenommen.

Für die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen ist die direkte Vorgesetzte verantwortlich. Die Einarbeitung bezieht sich auf alle Informationen, die zur Ausführung der betreffenden Aufga­ben notwendig sind. Darüber hinaus wollen wir erreichen, dass die Mitarbeiterin sich der Be­deutung ihrer Tätigkeit bewusst ist. Neben der fachlichen Qualifikation kommt es uns beson­ders auf die soziale Integration neuer Mitarbeiterinnen an. Dabei spielen die Teamfähigkeit und die Loyalität zur Einrichtung eine wichtige Rolle. (Weitere Darlegung siehe Kapitel B 1 „Personal(entwicklung)“ im Fach 5).

 

4.2.3    Effektivität der Fortbildungen

Um die Effektivität von Fortbildungen zu erhöhen geben Mitarbeiterinnen, die eine Fortbildung besucht haben, grundsätzlich deren Inhalte an die anderen Teammitglieder weiter. So kom­men neue Erkenntnisse der ganzen Einrichtung zu Gute. Bei besonders interessanten Themen, die die Einrichtung betreffen, übernimmt die Kollegin, die die Fortbildung besuchte, im Rahmen einer Teamsitzung eine interne Fortbildung.

 

Zur Beurteilung von Fortbildungen teilt zunächst die jeweilige Mitarbeiterin der Einrichtungs­leitung ihren Grad der Zufriedenheit mit. Kriterien hierfür sind für uns vor allem

  • die inhaltliche Angemessenheit,
  • die methodische Gestaltung und
  • die Praxisrelevanz der Fortbildung.

 

Nach einem halben Jahr beurteilt die Leitung der Einrichtung, inwieweit die Fortbildungsin­halte in die Praxis der Einrichtung umgesetzt wurden. Dies geschieht unter Beteiligung der Mitarbeiterinnen und durch Beobachtung.

Wenn eine Fortbildung nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat, werden die Ursachen er­mittelt und gegebenenfalls weitere Fortbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen in die Be­darfsplanung  (Fortbildungsplan) aufgenommen. (Weitere Darlegung siehe Kapitel B 1 „Per­sonal(entwicklung)“ im Fach 5).

 

4.2.4    Fortbildungsplan

Zur Dokumentation von geplanten und durchgeführten externen Fortbildungen führt die Lei­tung für jeden Arbeitsbereich eine Übersicht über geplante und durch­geführte Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Sie ergänzt bei Bedarf diesen Fortbildungs­plan entsprechend der aktuellen Gegebenheiten.

Die Bewertung der Fortbildungen wird auf dem Fortbildungsplan vermerkt.

Die Leiterin trägt dafür Sorge, dass für alle Mitarbeiterinnen nachvollziehbar ist, warum sie welche Fortbildungsmaßnahmen besuchen. (Weitere Darlegung siehe Kapitel B 1 „Perso­nal(entwicklung)“ im Fach 5).

In den nachfolgenden Dienstbesprechungen berichtet die jeweilige Kollegin von den Inhalten der Fortbildung. Mit dem Team wird über geeignete Umsetzungsmöglichkeiten für die Einrichtung nachgedacht, diese vorbereitet und durchgeführt.

 

4.3       Infrastruktur und Arbeitsplatzgestaltung

 

4.3.1    Allgemein

Die Räumlichkeiten und die Ausstattung unserer Einrichtung sind so gestaltet, dass die anwe­senden Kinder eine anregende Umwelt erleben, die gesetzlichen Forderungen erfüllt und die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiterinnen gefördert werden. Wir arbeiten in unseren Räumen angelehnt an die offene Kindergartenarbeit mit Funktionsbereichen in der gesamten Einrichtung. Die Kinder haben nach dem Morgenkreis die Möglichkeit sich ihren Tag und ihr Spiel selbst zu organisieren. Dabei steht ihnen das ganze Haus mit seinen verschiedenen Spielmöglichkeiten zur Verfügung (siehe Pädagogikhandbuch 10.).

Wir halten Räume und Ausstattung in Stand und sorgen für deren regelmäßige sicherheits­technische und arbeitsmedizinische Überprüfung entsprechend der gesetzlichen Auflagen.

Im Rahmen der jährlichen Budget- und Geschäftsplanung werden die für die Instandhaltung und Anpassung notwendigen Mittel (Infrastruktur, Arbeitsmittel, Arbeitplatzausstattung) recht­zeitig eingeplant.

Detailregelung siehe Kapitel B 2 „Mittel(verwendung)“ im Fach 6.

 

4.3.2    Arbeitsplatzgestaltung

Büro, Küche, sowie Besprechungsräume unterstützen unsere Arbeit und sind für Erwachsene geplant und eingerichtet.

 

4.3.3    Instandhaltung der Räume und Anlagen

Die Leitung ist für die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Räume und Anlagen verantwortlich. Delegationen sind gesondert festgelegt.

Die Leitung erstellt nach Bedarf Wartungs- und Instandhaltungspläne und regelt die Zustän­digkeiten (Nähere Unterlagen im Kapitel B 2 „Mittel(verwendung)“, u.a. Formulare War­tungsplan und Wartungsbericht).

 

4.3.4.    Arbeitsumgebung

Unsere Arbeitsumgebung ist so gestaltet, dass wir unsere Dienstleistungen in einem angenehmen, sicheren, ansprechenden und geordneten Umfeld erbringen, in dem wir gerne arbeiten.

Beeinflussungen und Belästigungen, die negative Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit, den Organisationsablauf oder die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiterinnen und anwesenden Kinder und Eltern bzw. die Umwelt haben könnten, werden von der Leitung der Tageseinrichtung ermittelt und beseitigt.

Das Rauchen ist in allen Räumen und im Außenbereich der Einrichtung nicht erlaubt. Insofern Kinder das Thema Rauchen ansprechen, werden die Gefährdungen dargestellt.

 

4.3.5    Arbeitsinformation

Kindertageseinrichtungen befinden sich in einem schnellen Wandel. Entsprechend ist es not­wendig, darauf angemessen zu reagieren. Fachliteratur, Fachzeitschriften, Fachtagungen und Kongresse bieten uns zeitgerechte Informationen.

Fachliteratur ist in der Bibliothek vorhanden und kann genutzt werden. Grundlagenliteratur, die bekannt sein muss, ist gesondert gekennzeichnet.

Fachzeitschriften sind im Rundlauf; auf interessante Beiträge wird in der Dienstbesprechung aufmerksam gemacht.

Der Besuch von Arbeitskreisen, Fachtagungen und Kongressen wird in der Dienstbespre­chung einzeln vereinbart.

 

5          Realisierung der Dienstleistung

 

5.1       Prozessplanung

Jede Dienstleistung, die wir in unserer Einrichtung erbringen, besteht aus einer unterschiedli­chen Zahl von Prozessen. Einen Prozess verstehen wir als eine Abfolge von Tätigkeiten. Durch gemeinsame Absprachen und Regelungen über die Ziele und Arbeitsschritte im Team und dem Träger, stellen wir sicher, dass die Anforderungen nach qualitativ, hochwertigen Dienstleistungen erfüllt werden.

Bei der Planung neuer oder geänderter Dienstleistungen beachten wir einzelne Prozesse und prüfen, ob diese Prozesse, aus denen sich diese Dienstleistung zusammensetzt, ausreichend detailliert beschrieben sind und den (übergeordneten) Qualitätszielen und Leitsätzen und dem katholischen Profil unserer Einrichtung entsprechen. In diesem Zusammenhang berücksichtigen wir auch die Vernetzung und gegenseitige Abhängigkeit von Prozessen.

Dabei unterscheiden wir verschiedene Arten von Prozessen:

Als Kernprozesse bezeichnen wir die Arbeitsprozesse, die zur Erbringung der den Kunden zugesicherten und von ihm erwarteten Dienstleistungen beitragen. (Vergleiche Punkt 4.3.1 „Übersicht über die Dienstleistungsprozesse“).

Unterstützungsprozesse ermöglichen und stützen die Kernprozesse, indem dadurch die für einen optimalen Ablauf erforderlichen Rahmenbedingungen gewährleistet werden.

 

Die Leitung ist zuständig für

  • die Planung und Steuerung der Dienstleistung
  • die Orientierung an Qualitätspolitik und Qualitätszielen
  • das Bereitstellen geeigneter Arbeitsumgebung und –materialien
  • die Erarbeitung notwendiger neuer Prozessregelungen
  • die Erstellung und Aktualisierung von Dienstplänen.

 

5.2       Kundenbezogene Prozesse

 

5.2.1    Anfragen (Ermittlung der Anforderungen an die Dienstleistung)

Die Bedürfnisse von Eltern und Kindern sind individuell unterschiedlich und werden beein­flusst durch die Veränderungen im Wohnumfeld unserer Einrichtung oder durch gesellschaftli­che Veränderungen. Darüber hinaus sind für das Dienstleistungsangebot unserer Einrichtung gesetzliche und behördliche Forderungen oder Entscheidungen maßgebend.

Um das langfristige Fortbestehen unserer Einrichtung zu sichern, sind wir aufmerksam ge­genüber gegenwärtigen, besonders aber zukünftigen Erfordernissen. Deshalb stellen wir schon beim ersten Kontakt mit interessierten Eltern sicher, dass Kundenerwartungen frühzei­tig erkannt werden. Auch im Hinblick auf sich abzeichnende gesellschaftliche und politische Veränderungen prüfen wir die Realisierbarkeit von neuen Dienstleistungen.

Um die Realisierbarkeit von eventuellen neuen Dienstleistungen fundiert einschätzen und ent­scheiden zu können, klären wir folgende Anforderungen an das Angebot:

  • Erwartungen und Anforderungen der Kunden und Nutzer an die Dienstleistung
  • Widersprüchlichkeit von Einzelforderungen
  • Wirtschaftlichkeit / wirtschaftliche Risiken
  • Übereinstimmung mit den Qualitätszielen
  • besondere Qualitätsmerkmale, pädagogische Bedingungen, wissenschaftliche Erkennt­nisse oder Umwelteinflüsse
  • Anforderungen in Bezug auf Geheimhaltung (Datenschutz)
  • gesetzliche und normative Anforderungen
  • Anforderungen an die Qualifikation und Fähigkeit von Mitarbeiterinnen.

Die Entscheidung über die Realisierung eines neuen Dienstleistungsangebots und dessen Rahmenbedingungen trifft der Träger. Wir planen die Umsetzung in unserer Einrichtung diffe­renziert und dokumentieren diese. Nach Abschluss der Planung, deren Überprüfung und Schaffung der notwendigen Umgebung und Infrastruktur wird die Öffentlichkeit über das neue Dienstleistungsangebot informiert.

Weitere Darlegungen siehe Kapitel C 4 „Bestimmung des Dienstleistungsprofils (Sozia­les Marketing)“ im Fach 10.

 

5.2.2    Anmeldung

Die Anmeldung der Eltern für einen Platz in unserer Einrichtung erfolgt in der Regel nachdem sie unser Angebot, unsere Preise und die Rahmenbedingungen kennengelernt haben. Sie entscheiden sich, ihr Kind in unserer Einrichtung betreuen zu lassen. In der Regel erfolgt die Anmeldung einige Zeit vor der Aufnahme des Kindes. Wir gestalten deshalb den Kontakt bis zur Aufnahme des Kindes so, dass eine vertrauensvolle Beziehung zu unserer Einrichtung entstehen kann. Dies geschieht durch Gespräche, einen Elternabend und ein besonderes Einführungsmodell. Um den Kindern und Eltern den Übergang von Familie zum Kindergarten so angenehm wie möglich zu gestalten, bieten wir das „Berliner Modell“ seit 2008 zur Eingewöhnung an. So ist ein schrittweiser Vertrauensaufbau zu den Erziehern und Kindergartenkindern gewährleistet. Die Umsetzung ist für jedes Kind individuell zu gestalten und wird von der jeweiligen Lerngruppenleiterin und den Eltern begleitet. Wichtig ist dabei der ständige Austausch zwischen Personal und Eltern.

Weitere Darlegungen siehe Kapitel C 4 „Bestimmung des Dienstleistungsprofils (Sozia­les Marketing)“ im Fach 10 und Kapitel C 3 „Zusammenarbeit mit den Eltern“ im Fach 9.

5.2.3    Vertragsänderungen

Im Rahmen der Anmeldung eines Kindes fragen wir individuelle Anforderungen der Familie an unsere Einrichtung ab. In seltenen Fällen (zum Beispiel bei Krankheiten) kann es aufgrund von besonderen Wünschen der Eltern zu Vertragsveränderungen kommen.

Weitere Darlegungen siehe Kapitel C 4 „Bestimmung des Dienstleistungsprofils (Sozia­les Marketing)“ im Fach 10.

 

5.2.4    Kommunikation mit den Kunden

Wir sind uns dessen bewusst, dass die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder sind. Deshalb informieren wir sie jederzeit ausreichend über unsere Leistungen und stellen sicher, dass ihre Anforderungen und Erwartungen von Anfang an richtig verstanden werden.

Wir informieren Eltern und Kinder über alle für sie relevanten Geschehnisse und binden sie angemessen in Entscheidungsprozesse ein.

Weitere Darlegungen siehe Kapitel C 3 „Zusammenarbeit mit den Eltern“ im Fach 9.

Darüber hinaus haben wir auch die Aufgabe, für Beratungsanfragen der Eltern zur Verfügung zu stehen oder an kompetente Beratungsstellen weiter zu vermitteln. Die Beratung hat immer das Ziel, die Erziehungskompetenzen der Eltern zu unterstützen und die Entwicklungsbedin­gungen für das Kind zu verbessern. Um den Eltern objektive Angebote verschiedener Beratungsstellen anzubieten, haben sie die Möglichkeit einen Institutionsordner auszuleihen, in dem ein breites Angebot der Beratungsstellen zu finden ist.

Eine Liste mit Beratungsstellen ist im Kapitel C 3 „Zusammenarbeit mit den Eltern“ im Fach 9 dokumentiert.

Für Beschwerden und Reklamationen unserer Kunden sind alle Mitarbeiterinnen Ansprech­person. Jede Reklamation wird dokumentiert und an die Leitung oder die Qualitätsbeauftragte weitergegeben.

Weitere Darlegungen siehe Kapitel C 3 „Zusammenarbeit mit den Eltern“ im Fach 9.

Die Kommunikation mit Kindern verstehen wir als wesentlichen Teil unserer pädagogischen Arbeit. Die Regelungen und Darlegungen finden sich deshalb im Kapitel C 2 „Pädagogische Planung und Dokumentation“ im Fach 8.

 

5.3       Beschaffung

 

5.3.1    Allgemein

Die Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen dient der Umsetzung unserer Ziele. Um dies sicher zu stellen, haben wir eine Reihe von Vereinbarungen getroffen, wie der Prozess der Beschaffung bei uns abläuft.

Die detaillierten Abläufe sind im Kapitel C 6 „Einkauf, Beschaffung“ im Fach 11 dokumen­tiert. Sie beinhalten u.a.:

 

5.3.2    Lieferantenauswahl und -freigabe

Wir kaufen ausschließlich bei Lieferanten ein, die von uns zugelassen sind. Da jeder Lieferant Stärken und Schwächen hat, lassen wir Lieferanten nur bezogen auf spezielle Produkte oder Dienstleistungen zu (siehe „Liste der zugelassenen Lieferanten“).

Auswahlkriterien sind u.a.:

  • Qualität einschließlich Lieferterminen und Preisgestaltung
  • Kundenservice (Beschwerdemanagement)
  • Sachliche und fachlich, kompetente Vorführung und Beratung
  • Beständigkeit der Firma (kein ständiger Vertreterwechsel).
  • Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Freundlichkeit
  • Fester Ansprechpartner
  • Terminvereinbarung / Anmeldung
  • Kindergartengeeignete Produkte
  • Hotlinebestellung von heute auf morgen
  • Zertifizierung
  • Rückgaberecht
  • Lieferbedingungen

 

Vorschläge für neue und empfehlenswerte Lieferanten werden an die Leitung der Tagesein­richtung gerichtet.

Eltern, die als Lieferanten in Frage kommen, beziehungsweise Firmen, die in unserer Ge­meinde ansässig sind, werden bei der Auswahl bevorzugt, sofern sie über die von uns gefor­derten Qualitätsbedingungen verfügen.

 

5.3.3    Beschaffungsangaben

Zur Beschaffung von Produkten oder Dienstleistungen erstellen wir im Vorfeld eine Beschaf­fungsspezifikation, wenn sie von uns als nötig angesehen wird.

Siehe Kapitel C 6 „Einkauf, Beschaffung“ im Fach 11 und Formular „Beschaffungsspezi­fikation“ im Fach 20.

Diese Spezifikationen ermöglichen einen zielgerichteten Einkauf, der die Beteiligung von Mit­arbeiterinnen, Träger, Eltern oder Kinder erleichtert.

Wir prüfen im Voraus, ob Kinder am Einkauf beteiligt werden können und beteiligen sie im größtmöglichen Umfang. Ihre Beteiligung ist auf der Beschaffungsspezifikation vermerkt.

Eltern und Gemeindemitglieder verfügen oftmals über nützliche spezifische Kenntnisse und werden ebenfalls nach Bedarf und Möglichkeit an den Beschaffungsprozessen beteiligt.

 

5.3.4    Beschaffungsablauf

Der Beschaffungsablauf ist in Kapitel C 6 „Einkauf, Beschaffung“ im Fach 11 detailliert ge­regelt.

 

5.3.5    Wareneingangsprüfung

Wir führen bei allen gelieferten Produkten eine Wareneingangsprüfung durch. Näheres ist im Fach 11 dokumentiert.

 

5.3.6    Zufriedenheit, Zusammenarbeit und Beurteilung der Leistung von Lieferanten

Wir sind an langfristigen Geschäftsverbindungen und einem partnerschaftlichen Verhältnis mit unseren Lieferanten interessiert. Wir pflegen eine offene Atmosphäre, in der beidseitig über Fehler, Probleme und Erwartungen gesprochen werden kann.

Wo möglich nutzen wir die Erfahrung und das Wissen unserer Lieferanten, um unsere Dienstleistungsprozesse und -ergebnisse zu verbessern, unnötige Kosten und Fehlentschei­dungen zu verhindern und innovative, zuverlässige und preiswerte neue Dienstleistungen zu entwickeln.

Wir beurteilen einmal jährlich die Leistung unserer Lieferanten, um gute Qualität anzuerken­nen beziehungsweise schlechte Qualität zu verbessern. Um die Lieferantenbewertung auf eine solide Basis zu stellen, ist die Dokumentation von Lieferantendaten für uns von Bedeu­tung.

Näheres ist im Fach 11 dokumentiert.

 

5.4.1    Pädagogische Arbeit und Dokumentation

Grundlage aller pädagogischen Handlungen sind die Bedürfnisse der einzelnen Kinder in der Einrichtung. Um diese zu ermitteln führen wir in regelmäßigen Abständen, ca. alle 6 bis 12 Monate, systematische Beobachtungen durch. Diese Beobachtungen sind so angelegt, dass sie von den Stärken eines Kindes ausgehen und dessen individuellen Unterstützungsbedarf ermitteln. Diese Erkenntnisse haben Auswirkungen auf die zwei großen Schwerpunkte im Tagesablauf  das freie Spiel der Kinder sowie die Planung und Durchführung von Projekten.

Bezogen auf das Freispiel und die grundsätzliche Gestaltung des Tagesablaufs bietet die Er­zieherin entsprechend der ermittelten Bedürfnisse von Kindern Materialien, Impulse, Raum und Zeit für selbstbestimmte Betätigungen der Kinder. Bei Bedarf begleitet sie einzelne Kinder im Spiel.

Zur Durchführung von Angeboten und Projekten entwickelt die verantwortliche Erzieherin ein Projektthema, das an die Bedürfnisse der einzelnen Kinder anknüpft. Sie entwickelt auf dem Hintergrund ihrer Fachlichkeit eine Projektplanung, die die Beteiligung der Kinder im größt­möglichen Umfang gewährleistet. Je nach Situation kann es auch möglich sein, dass die Kinder selbst das Projektthema entwickeln und den Verlauf und die Angebote mitbestimmen. Die Formen der Kinderbeteiligung sind in den jeweiligen Prozessregelungen detailliert beschrieben.

Nach Möglichkeit werden auch die Eltern einbezogen. Auch dafür sind Prozessbeschreibun­gen erstellt.

Die durchgeführten Maßnahmen werden gegebenenfalls gemeinsam mit Kindern ausgewertet und angemessen dokumentiert. Die Dokumentation dient

  • der Transparenz und Beteiligung von Kindern, Eltern und Mitarbeiterinnen
  • dem Nachweis erbrachter Tätigkeiten.

Gleichzeitig bietet sie uns die Möglichkeit zur kontinuierlichen Weiterentwicklung, indem jede Mitarbeiterin Verbesserungsmöglichkeiten, die sie im Rahmen der Auswertung und Doku­mentation erkennt, in das Team einbringt bzw. die Leitung darüber informiert.

Die vielen pädagogischen Prozesse, die wir als Kernprozesse bezeichnen, sind in den Ab­schnitten zur „Pädagogischen Planung und Dokumentation“ im Fach 8 ausführlich gere­gelt.

Diese Prozessbeschreibungen sind allen pädagogischen Mitarbeiterinnen bekannt und wer­den verbindlich umgesetzt.

 

5.4.2    Verpflegung in der Einrichtung

Wir bieten ein Speisenangebot, das gesundheitliche Aspekte, Abwechslung und Hygiene be­sonders berücksichtigt. Wir orientieren uns am Geschmack der Kinder. Kinder, die aus ge­sundheitlichen oder religiösen Gründen bestimmte Nahrungsmittel nicht zu sich nehmen dür­fen, erhalten ein auf sie abgestimmtes Angebot.

Die Mitarbeiterinnen beziehen die Kinder in die Zusammenstellung der Speisepläne, die Es­senszubereitung und das Servieren, je nach Thema, mit ein.

Wir sind uns bewusst, dass es bei der Zubereitung von Speisen und in den Essenssituationen zu vielfältigen Schnittstellen zwischen dem pädagogischen und hauswirtschaftlichen Bereich kommt. Diese Schnittstellen haben wir analysiert, geregelt und bei Bedarf in die Dokumenta­tion eingearbeitet.

 

5.4.3     Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Zusammenarbeit mit den Eltern hat in unserer Einrichtung eine maßgebliche Bedeutung. Die Eltern sind die Träger der grundlegenden und bedeutenden Beziehungen zu den Kindern in unserer Einrichtung.

Unser Ziel ist es, ihnen beste Dienstleistungen im Bereich Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern anzubieten. So erhalten Eltern den notwendigen Freiraum, den sie für ihr privates und berufliches Leben brauchen. In diesem Sinne tragen wir zur Familienfreundlichkeit unse­rer Gesellschaft und zur Gleichberechtigung von Erwachsenen bei, die Verantwortung für Kin­der übernehmen.

In unserer Zusammenarbeit mit Eltern betonen wir drei wesentliche Schwerpunkte: Elternbil­dung, Kommunikation der Eltern untereinander und Elternberatung.

Bei Bedarf bieten wir Informationselternabende zu Themen an, die die Erziehung und Ent­wicklung von Kindern betreffen. Die inhaltliche Festlegung geschieht in Abstimmung mit den Eltern.

Unsere Kindertageseinrichtung ist ein wichtiger Ort für Eltern, Kontakt mit anderen Eltern auf­zubauen. Deshalb bieten wir im Rahmen von Festen, Adventsstündchen, Elternabende, Präsentationen der Projektarbeit, und vielem mehr Kommuni­kationsmöglichkeiten der Eltern untereinander an.

Wir tauschen uns regelmäßig mit den Eltern über die Entwicklungsfortschritte und Beobach­tungen bezüglich ihres Kindes aus. Zweimal im Jahr findet hierzu für alle Eltern der Lerngruppe 5 – 6 Jahre ein Elternsprechtag statt. Für alle anderen Lerngruppen einmal im Jahr.  Ebenfalls haben die Eltern die Möglichkeit sich jeden Donnerstag nach Absprache mit der Erzieherin über den Entwicklungsstand und Anliegen die das Kind betreffen zu informieren und auszutauschen. Dies geschieht, damit das Personal das Kind auch aus der Perspektive der Eltern kennt und versteht, und damit die Eltern die Möglichkeit haben, die Perspektive des Personals zu kennen. Im Bedarfsfall vermitteln wir die Eltern an geeignete Beratungsstellen.

Detaillierte Prozessbeschreibungen sind im Kapitel C 3 „Zusammenarbeit mit den Eltern“ im Fach 9 und im Kapitel C 4 „Bestimmung des Dienstleistungsprofils (Soziales Marke­ting)“ im Fach 10 geregelt.

 

5.4.4    Zusammenarbeit mit der (Kirchen-)Gemeinde und der Öffentlichkeit

Wir verstehen uns als einen aktiven Teil der (Kirchen-)Gemeinde. In dieser Gemeinde gibt es viele kommunikative Schnittstellen. Deshalb beteiligen wir uns an den Gremien der (Kirchen-) Gemeinde und nehmen aktiv Einfluss auf die Gestaltung unserer Umwelt.

Detaillierte Beschreibungen sind unter „Zusammenarbeit mit (Kirchen-)Gemeinde und Öffentlichkeit“ im Fach 19 zu finden.

 

5.4.5    Leiten und Lenken von Prozessen

Das Leiten und Lenken von Prozessen verstehen wir als Führungsaufgabe.

Träger, Leitung und Team sind die wichtigsten Prozesse unserer Einrichtung bekannt. Dies umfasst neben den Kernprozessen auch die Unterstützungsprozesse.

Aufgrund der Kenntnis aller wichtigen Prozesse wählen wir diejenigen aus,

  • die besonders bedeutsam sind,
  • die verbesserungsfähig sind,
  • deren Qualität gesichert werden muss

und erstellen dafür Prozessdarstellungen. Wir legen die gewünschten Ergebnisse, die Pro­zessschritte und die Verantwortlichkeiten fest, die zu deren Erreichung wichtig sind. Wenn es möglich ist, die Zielerreichung mit Kriterien zu definieren, werden auch diese dokumentiert.

Im Zusammenhang mit der Lenkung eines Prozesses ermittelt die Leitung auch den Fortbil­dungsbedarf und den Bedarf an Ausstattung oder Material. Dies wird mit dem Träger abge­stimmt.

Der Arbeitsplan zum Leiten und Lenken von Prozessen wird bei uns als „Prozessbeschrei­bung“ bezeichnet und umfasst die Ziele, die Prozessschritte (einschließlich Verifizierung und Validierung), die Verantwortlichkeiten und ggf. die Zeitplanung.

Weitere Regelungen hierzu im Kapitel C 1 „Prozesslenkung (Qualitätslenkung)“ im Fach 7.

 

5.4.6    Validierung von Dienstleistungsprozessen

Mit der Validierung stellen wir sicher, dass unsere Planungen in der praktischen Arbeit die gewünschten Ziele erreichen. Wir bewerten die Zielerreichung auf dem Hintergrund der Qua­litätspolitik und der Qualitätsziele. Diese Bewertungen erfolgen im Falle von Nichterreichung schriftlich als Fehler- oder Mängelmeldung.

Falls möglich, legen wir im Vorhinein Kriterien der Zielerreichung fest und überprüfen deren Erreichung. Diese Annahmekriterien sind jeweils in den Prozessbeschreibungen festgehalten.

 

5.4.7    Schutz des Eigentums der Kunden und Nutzer

Wir haben in unserer Einrichtung mit unterschiedlichem Eigentum der Kunden und Nutzer zu tun.

Dies betrifft zunächst das immaterielle Eigentum an Informationen. Wir erhalten im Rahmen der Erbringung unserer Dienstleistung Einblicke in die familiären und persönlichen Angele­genheiten von Eltern und Kindern. Über diese Dinge halten wir strengstes Stillschweigen und geben entsprechende Informationen ohne Einwilligung der Eltern grundsätzlich an niemanden weiter. Im Falle von Gefahr im Verzug informiert ausschließlich die Leitung der Tageseinrich­tung oder der Träger die Polizei oder das zuständige Jugendamt.

Beim materiellen Eigentum der Eltern und Kinder besteht grundsätzlich die Pflicht zu ent­scheiden, für welches Eigentum wir verantwortlich sind und welche Verantwortung wir bei El­tern und Kindern belassen. Wir tragen nur Verantwortung für Medikamentenvergabe und Sozialdatenschutz. Für alle anderen Dinge sind Kinder und Eltern selbst verantwortlich. Diese Entscheidung wird den Eltern im Anmeldegespräch und am Lerngruppenelternabend mündlich mitgeteilt und schriftlich im Anmeldeformular veröffentlicht.

In unserer Einrichtung befindet sich Kindereigentum aus unterschiedlichen Gründen. Turnklei­dung und Hausschuhe sind dauerhaft in der Einrichtung gelagert. Wir tragen Sorge für eine sachgerechte Lagerung und klären mit den Eltern die Regelungen für die Pflege ab.

Darüber hinaus bringen Kinder diverse Spieldinge oder andere Gegenstände mit in die Ein­richtung. Wir sind uns der hohen emotionalen oder auch materiellen Bedeutung dieser Dinge bewusst. Deshalb sind auch in diesem Falle die Eltern über Haftungsfragen informiert. Eltern und Kinder sind in die Entwicklung adäquater Regeln zum Umgang einbezogen. Ziel ist, die Kinder in der Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung für diese Dinge zu unterstützen und dies jeweils abhängig von ihrem individuellen Entwicklungsstand zu gestalten.

Die detaillierte Prozessbeschreibung ist im Kapitel C 8 „Schutz des Kundeneigentums“ im Fach 13 hinterlegt.

 

5.4.8    Lagerung

Unsere Lager für Materialien und Lebensmittel

  • entsprechen den Anforderungen, die zur Erhaltung der Qualität notwendig oder gesetzlich vorgeschrieben sind
  • beinhalten alle notwendigen Materialien im angemessenen Umfang.

 

Wir beziehen die Kinder in die Lagerung soweit wie möglich ein und besprechen Ordnungs­system und Regeln mit ihnen. Materialien, die von Kindern frei genutzt werden sollen (z.B. Papier, Farben, Bilderbücher, Gestaltungsmaterialien) sind für Kinder leicht zugänglich.

Darüber hinaus stellen wir sicher, dass Produkte, die für Kinder unzugänglich gelagert werden müssen, für sie nicht erreichbar sind (zum Beispiel Putzmittel). Medikamente werden ebenfalls sicher, sachgerecht und für Kinder unzugänglich gelagert.

 

Lagerbestandsführung

Die regelmäßige Kontrolle der Lagerbestände stellt sicher, dass Engpässe vermieden werden. Jede MA ist für einen Raum verantwortlich. Die Bestellisten hängen in den jeweiligen Räumen gut sichtbar. Die verantwortliche MA hält in dieser Liste fest, was wieder bestellt werden muß.

Bei Produkten, die über ein Verfallsdatum verfügen, stellen wir sicher, dass sie nicht über die­ses Datum hinaus zugänglich sind. Prüfplan und Prüfbericht regeln hier den Verbleib.

 

Sperrlager

Abgelaufene Produkte werden sofort entsorgt.

Auch Spiel- und Arbeitsmaterialien, die repariert oder zurückgesandt werden müssen, werden sofort an den Hausmeister abgegeben, der dies dann erledigt. In einer Materialreklamationsliste im Büro werden alle reklamierenden Dinge mit Datum festgehalten.

 

First in – First out

Bezogen auf alle eingelagerten Materialien gilt für uns: Neu zugekaufte Produkte werden hin­ter die älteren gelagert, so dass diese immer in der Reihenfolge der Einlagerung verwendet werden.

 

5.4.9    Ordnung und Sauberkeit

Die Pflege von Ausstattung und Materialien, sowie die Einhaltung von Ordungsprinzipien ist eine Voraussetzung dafür, dass sich Kinder und Eltern in unserer Einrichtung wohlfühlen. Darüber vermittelt das Erscheinungsbild unserer Räume wichtige Eindrücke vor allem an inte­ressierte Personen. Wir sind uns jedoch gleichzeitig bewusst, dass unsere Ordnungs­prinzipien mit dem ungehinderten Spiel der Kinder vereinbar sein müssen.

Regeln bilden einen wesentlichen Aspekt unserer Arbeit. In unserer Einrichtung werden Re­geln nach Möglichkeit in einem gemeinsamen Prozess mit allen Beteiligten erarbeitet. Dies sichert die bestmögliche Umsetzung.

 

6          Messung, Analyse und Verbesserung

 

6.1       Allgemein

Wir überprüfen in regelmäßigen Abständen die Übereinstimmung der praktischen Arbeit mit der Dokumentation.

Auf diese Weise erhalten wir wichtige Informationen zum Grad der Umsetzung unserer Qua­litätspolitik, der Qualitätsziele und der Wirksamkeit und Angemessenheit unseres Qualitäts­management-Systems.

Hierzu nutzen wir unterschiedliche Methoden, die im Folgenden kurz dargestellt und in den Prozessbeschreibungen näher erläutert sind.

 

6.2       Überwachung und Messung

 

6.2.1    Nutzer- und Kundenzufriedenheit

Die Rückmeldungen unserer Nutzer und Kunden sind für uns ein wichtiges Kriterium für die Qualität unserer Arbeit. Insbesondere die Äußerung von Unzufriedenheit oder Kritik ist eine wesentliche Hilfe zur Verbesserung unserer Arbeit. Deshalb leben wir in unserer Einrichtung eine Kultur, die positiv verstärkende Rückmeldungen und konstruktive Kritik einfordert und annimmt.

Wir schaffen regelmäßig Foren, in denen die Kinder der Einrichtung sich zu ihrer Zufriedenheit und ihrem Wohlbefinden äußern können. Grundsätzlich bemühen wir uns um eine Kommuni­kation mit Kindern, die sie ermutigt, eigenes Befinden zu äußern. Die Rückmeldungen der Kinder werden soweit wie möglich in eine veränderte pädagogische Praxis umgesetzt. Wir beziehen Kinder in die pädagogische Planung und Entscheidungsfindung ein (siehe Punkt 7.5.3).

Oft ist es Kindern erst im vertrauten Rahmen ihres Zuhauses möglich, sich zu Problemen, die für sie in der Tageseinrichtung aufgetreten sind, zu äußern. Deshalb fordern wir auch die El­tern auf, konstruktive Kritik zu äußern. Außerdem lernen wir über den intensiven Austausch mit den Eltern deren Sichtweise der Einrichtung sowie gegenwärtige und zukünftige Anforde­rungen kennen. Dies hilft uns, die Veränderungen im Bedarf wahrzunehmen.

Durch die regelmäßige Auswertung der Kundenbeanstandungen (Reklamationsstatistik) und Kundengespräche, wie z. B. Tür- und Angelgespräche, Elternabende, Elternbeiratssitzungen überwachen und bewerten wir die Zufriedenheit unserer Kunden und nutzen sie zur Qualitäts­verbesserung.

Darüber hinaus führen wir regelmäßig Elternumfragen (mindestens einmal jährlich)bezogen auf die Zufriedenheit mit bestimmten Teilaspekten unseres Dienstleistungsangebots durch.

Die detaillierten Prozessregelungen finden Sie im Kapitel D 1 „Beurteilung der Dienstleis­tungsqualität“ im Fach 14.

 

Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen

Die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen hat für uns eine große Bedeutung. Deshalb gibt es da­für unterschiedliche Verfahren zu deren Erhebung.

  • Der ständige Dialog zwischen allen Beteiligten ist eine wesentliche Voraussetzung zur Kenntnis und ggf. Einflussnahme. Einzelinteressen und Gruppeninteressen werden besprochen und es werden gemeinsam Lösungen gesucht.
  • Die Dienstbesprechungen sind ein Forum für Reflexion und Austausch, das Leitung und Mitarbeiterinnen nutzen, um auf Zufriedenheiten und Unzufriedenheiten hinzuweisen.
  • In unserer Qualitätskonferenz bewerten alle Mitarbeiterinnen jährlich ihre Gesamtsitu­ation.
  • Mit unserem Verfahren zur „Fehlerkultur“ hat jede Mitarbeiterin die Möglichkeit und die Verpflichtung, auf Mängel der Einrichtung und eigene Unzufriedenheiten hinzuweisen.
  • Das jährliche Personalentwicklungsgespräch gibt darüber hinaus einen regelmäßigen Rahmen zur Rückmeldung an die Leitung der Einrichtung.
  • Im Rahmen der Verantwortung der Kirchengemeinde hat jede Mitarbeiterin darüber hinaus das Recht, ein seelsorgerliches Gespräch mit dem Pfarrer zu führen.
  • Auch der täglich stattfindende Teamtreff am Morgen bietet den Mitarbeiterinnen die Möglichkeit sich auszutauschen.

 

6.2.2    Interne Begutachtung, internes Audit

 

6.2.2.1 Allgemein

Die Audits geben uns Auskunft darüber, ob die jeweiligen Prozessbeschreibungen in Bezug auf die Qualitätspolitik, die Qualitätsziele, die Leitsätze und die Forderungen der Kunden ausreichend sind. Sie geben uns auch Auskunft über die Wirksamkeit und Effizienz unserer Dienstleistung und die Stärken und Schwächen des Qualitätsmanagement-Systems.

Deshalb sind sie ein wichtiges Werkzeug zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung unse­res Qualitätsmanagement-Systems. Der Träger hat die Gesamtverantwortung für das Quali­tätsmanagement-System, er muss daher über dessen Zustand informiert sein. Dies erfolgt unter anderem durch Auditberichte.

Anhand der Auditergebnisse werden wirksame Korrekturmaßnahmen hinsichtlich aller ent­deckten Abweichungen oder Mängel eingeleitet, um deren wiederholtes Auftreten zu verhin­dern.

Festgestellte Verbesserungsmöglichkeiten werden systematisch durchgeführt. Je nach Um­fang der Maßnahme ist sie Korrekturmaßnahme (siehe hierzu Kapitel D 3 „Korrektur- und Vorbeugemaßnahme“ im Fach 16) oder Verbesserungsprojekt.

Alle Verbesserungsmaßnahmen werden in einem Maßnahmenplan bzw. Auditbericht (siehe Formular Nr.37/1 im Formulare Ordner) erfasst. Dieser Plan ist für uns eine Übersicht, damit keine Verbesserung „vergessen“ wird und in diesem Verständnis auch ein wichtiger Bestandteil der Qualitätsmanagement-Bewertung.

Die Qualitätsbeauftragte überprüft ½  – jährlich den Stand der einzelnen Maßnahmen und die Aktualität des Maßnahmenplans. Bei notwendigen Änderungen informiert sie die betroffenen Personen.

 

6.2.2.2 Planung von Audits

Die Qualitätsbeauftragte erstellt zu Beginn eines Kalenderjahres ein Audit-Zweijahresprogramm. Das Jahresprogramm enthält alle geplanten Audits. Die Freigabe des Auditprogramms erfolgt durch den Träger.

Durch die Jahresplanung stellen wir sicher, dass jeder Bereich und jeder Prozess wenigstens einmal innerhalb zwei Jahren auditiert wird. Neben den jährlich geplanten Audits können bei Bedarf (zum Beispiel bei starken Veränderungen) weitere Audits durchgeführt werden.

 

6.2.2.3 Auditdurchführung

Interne Audits sind in der Regel vier Wochen im Voraus angekündigt und der Inhalt ist festge­legt. Dadurch können sich die Mitarbeiterinnen auf das Audit vorbereiten.

Bei der Auditdurchführung geht es darum, den Verbesserungsbedarf der Einrichtung gemein­sam zu erkennen und festzulegen. Deshalb arbeiten die Mitarbeiterinnen und die Auditorinnen vertrauensvoll zusammen.

Die detaillierten Prozessregelungen finden Sie im Kapitel D 4 „Interne Begutachtung, inter­nes Audit“ im Fach 17.

 

6.2.3    Überwachung und Messung von Prozessen

Dies stellt sich im Bereich der Messung von Prozessqualität anders dar. Hier nutzen wir die bestehenden Instrumente und Verfahren bestmöglich:

  • Prozessmerkmale definieren und überwachen
  • Dienstleistungsprozesse auswerten in der Reflexion
  • regelmäßige Audits durchführen
  • auf Selbstprüfung achten.

 

6.2.3.1 Merkmale definieren und überwachen

In unseren Prozessbeschreibungen legen wir die wichtigsten Qualitätsmerkmale fest. Da diese Prozessbeschreibungen in der Regel gemeinsam erstellt werden, im Handbuch doku­mentiert und verbindlich sind, sind sie allen Mitarbeiterinnen bekannt und werden umgesetzt. Jede Mitarbeiterin achtet im Rahmen der Selbstprüfung auf die Umsetzung im Rahmen der Vereinbarungen.

 

6.2.3.2 Reflexion und Auswertung von Dienstleistungsprozessen

Im Rahmen der Dienstbesprechungen reflektieren und optimieren wir unsere Prozesse konti­nuierlich. Verbesserungsvorschläge und Fragen zur Prozessqualität werden hier besprochen. In unseren Dienstbesprechungen pflegen wir eine klare Trennung von Sach- und Bezie­hungsebene, so dass es möglich ist, Sachprobleme anzusprechen und zu lösen.

Die Leitung versteht es als Führungsaufgabe, jede Mitarbeiterin zu motivieren, eigene Ver­besserungsvorschläge und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Arbeit einzubringen. Demgegenüber steht die Bereitschaft der Mitarbeiterinnen, eigenverantwortlich und eigeniniti­ativ Verbesserungsvorschläge einzubringen.

 

6.3       Fehler(kultur)

Wir erbringen für Kinder und Eltern qualitativ hochwertige Dienstleistungen. Durch sorgfältige Planung und Bewertung von Prozessen versuchen wir, Fehler möglichst zu vermeiden.

Treten dennoch  Fehler auf, werden diese im Sinne einer zukünftigen Fehlervermeidung aktiv, konstruktiv und systematisch genutzt. Dabei geht es uns nicht um die Suche nach Verursa­chern, sondern darum, die Ursachen zu finden. Eine möglichst genaue und sachliche Ursa­chenanalyse ist Voraussetzung, um die Bedingungen, die für das Auftreten eines Fehlers ver­antwortlich sind, für die Zukunft möglichst auszuschließen.

Wir verstehen es als Leitungsaufgabe, eine konstruktive, systematische und angstfreie Kultur der Fehlerbehandlung zu schaffen und aufrechtzuerhalten.

Erkannte Fehler und Mängel werden bei Bedarf zunächst kurzfristig ausgebessert, um weite­ren Schaden zu vermeiden. Gleichzeitig werden schwerwiegende oder häufige Fehler und Mängel im Rahmen des Formulars „Fehler-Mängel-Verbesserungsliste“ (Fach 20) erfasst und an die Leitung der Tageseinrichtung weitergegeben. Diese leitet ggf. eine Korrekturmaß­nahme ein.

Wir unterscheiden zwischen Fehlererkennung und Fehlerbehebung. Weitere Darlegungen siehe Kapitel D 2 „Fehler(kultur)“ im Fach 15.

 

6.4       Anwendung statistischer Methoden und Datenanalyse

Statistische Daten bilden eine wertvolle Grundlage für Entscheidungen. Deshalb bereiten wir die Daten, soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll, graphisch auf und bewerten sie. Voraussetzung dafür ist, dass genügend große Datenmengen für die Anwendung sta­tistischer Methoden anfallen.

Dies betrifft bei uns:

  • Überblick über Reklamationen und Rückmeldungen von Kunden
  • Ergebnisse von Audits, Prozessbewertungen und Verbesserungsprojekte
  • Lieferantenbewertungen
  • Statistik des Fachverbandes
  • Statistik der Kinder- und Jugendhilfe
  • Kinderzahlen / Statistik im Adebis Programm

 

6.5       Verbesserung

 

6.5.1    Ständige Verbesserung

Die ständige Verbesserung unserer Arbeit und die zunehmende Zufriedenheit aller Beteiligten hat für uns einen hohen Stellenwert. Wir verstehen uns als lernende Organisation und nutzen die Instrumente des Qualitätsmanagements nicht zuletzt aus diesem Grund.

Die Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Dienstleistung ist Bestandteil unserer Qualitätspolitik. Jede Mitarbeiterin unserer Einrichtung hat sich dieser kontinuierlichen Verbesserung verpflichtet. Dies streben wir in allen Bereichen der Einrichtung an.

Wir beziehen bewusst jede einzelne Mitarbeiterin ein, um alle Verbesserungspotentiale zu nutzen. Aufgrund von täglichen Erfahrungen, der Auseinandersetzung mit neuen fachlichen Inhalten oder auch dem Vergleich mit anderen Einrichtungen (Benchmarking) erkennen wir Verbesserungspotentiale und benennen diese. Dies kann sich auf kleine Verbesserungen im alltäglichen Rahmen oder große Projekte beziehen, die zu einer Weiterentwicklung des Dienstleistungsangebots führen.

Die Leitung hat die besondere Pflicht, Verbesserungspotentiale zu erkennen und notwendige Maßnahmen durchzuführen. Erkanntes Verbesserungspotential führt in der Regel zu einer Korrekturmaßnahme oder einer Projektplanung und wird in diesem Rahmen durch die Leitung dokumentiert.

Themenschwerpunkte für Verbesserung können sein:

  • Qualität der Dienstleistungsprozesse
  • notwendige Aktualisierung der Dienstleistung
  • Umweltschutz

Im Rahmen der jährlichen Qualitätskonferenz finden diese Verbesserungsvorschläge noch­mals Berücksichtigung und führen zu einer Schwerpunktplanung für das folgende Jahr. Diese Maßnahmenplanung wird jährlich auf ihre Realisierung überprüft.

 

6.5.2    Korrekturmaßnahmen

Wir nutzen Korrekturmaßnahmen, um erkannte Probleme zu lösen. Um diese Systematik der Korrekturmaßnahmen einzuhalten, benutzen wir schon während der Erarbeitung das Formular „Korrektur- und Vorbeugemaßnahme“ und füllen dieses handschriftlich aus. Korrekturmaß­nahmen können in der Dienstbesprechung, in Arbeitsgruppen oder einzeln erarbeitet werden. Sie werden von der Leitung oder vom Träger initiiert.

Eine ausführliche Beschreibung der Vorgehensweisen der Korrekturmaßnahme ist im Kapitel D 3 „Korrektur- und Vorbeugemaßnahme“ im Fach 16 dargestellt.

Auslöser für Korrekturmaßnahmen können sein:

  • Rückmeldungen von Kunden, Kundenbeschwerden, Umfrageergebnisse
  • Fehler
  • Auditberichte
  • Ergebnisse von Prüfungen
  • Veränderungen der Anforderungen.

Wir führen dabei grundsätzlich Analysen durch, um die Ursache des Problems nachhaltig zu beseitigen und damit ein erneutes Auftreten zu verhindern. Auf der Grundlage dieser Fehler­analyse legen wir Maßnahmen zur zukünftigen Vermeidung fest. Die Durchführung dieser Maßnahmen wird durch die Leitung überwacht und auf ihre Wirksamkeit überprüft.

Das Formular „Korrektur- und Vorbeugemaßnahme“ ist im Fach 20 bei den Formularen hinterlegt.

 

6.5.3    Vorbeugemaßnahmen

Korrekturmaßnahmen führen wir durch, wenn ein Problem bereits aufgetreten ist. Hilfreicher ist es natürlich, wenn wir Probleme vermeiden können, bevor sie aufgetreten sind.

Deshalb nutzen wir Vorbeugemaßnahmen, um mögliche Fehlerquellen zu entdecken, bevor ein Fehler aufgetreten ist. Dies bezieht sich vor allem auf eine Risikoabschätzung im Pla­nungsverfahren oder im Rahmen der Entwicklung neuer Dienstleistungsangebote.

Vorbeugemaßnahmen werden wie Korrekturmaßnahmen durchgeführt (Analyse von Fehler­möglichkeiten und deren Einfluss auf die Dienstleistung, Festlegen von Maßnahmen zur Ur­sachenbeseitigung, Überwachung der Durchführung und Bewerten der Wirksamkeit der Maß­nahmen).

Bei Bedarf nutzen wir die Fehlermöglichkeit- und Einfluss-Analyse.

Eine detaillierte Prozessbeschreibung von Vorbeugemaßnahmen ist im Kapitel D 3 „Korrek­tur- und Vorbeugemaßnahmen“ im Fach 16 dargestellt.